Zwergplanet mit warmer Hülle
Der Zwergplanet Pluto ist rund 40 Mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde, auf seiner Oberfläche herrschen Temperaturen um minus 220 Grad Celsius. Seit einigen Jahren ist zudem bekannt, dass Pluto eine sehr dünne Atmosphäre besitzt. Französische und deutsche Astronomen nutzten eines der Großteleskope der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile, um mehr über den Aufbau dieser Gashülle zu erfahren. Bei zwei Gelegenheiten im August 2008 nahmen die Forscher mit einem hochempfindlichen Instrument das Infrarotspektrum des Pluto auf. Demnach bringt es die Atmosphäre auf eine Temperatur von minus 180 Grad Celsius und ist damit rund 40 Grad wärmer als die Oberfläche. Die Kombination der neuen Daten mit Beobachtungen von Sternbedeckungen ergab, dass die Gashülle des Pluto mit jedem Höhenkilometer um 3 bis 15 Grad wärmer wird. Der Grund für diese Temperaturinversion dürfte ein frostiges Pendant zum Schwitzen sein: indem das schwache Sonnenlicht auf die Plutooberfläche fällt, geht etwas Eis direkt in den gasförmigen Zustand über. Der Oberfläche wird auf diese Weise Wärmeenergie entzogen, der Atmosphäre dagegen zugeführt. Das in der Atmosphäre vorhandene Methan verstärkt dabei den Effekt.
The lower atmosphere of Pluto revealed
CRIRES – CRyogenic high-resolution InfraRed Echelle Spectrograph