Archiv für die Kategorie „Archäologie“
Rote Hüte der Moai stammen aus Vulkankrater

Steinstatuen auf der Osterinsel.
(Foto: Andrea Lorenzi)
Archäologen um Sue Hamilton vom University College London und Colin Richards von der University of Manchester haben herausgefunden, woher die roten Hüte stammen, die einige der riesigen Steinfiguren auf der Osterinsel tragen. Die Entdeckung einer alten Straße führte die Wissenschaftler zu einem Steinbruch in einem Vulkankrater. In diesem Steinbruch hatten die Polynesier die rote Vulkanschlacke zu Hüten behauen und anschließend einfach den Berg hinunter gerollt – auf einer mit einem Mörtel aus roter Schlacke gefertigten Piste mit erhöhtem Rand, um die schwere Fracht auf Kurs zu halten.
New clues in Easter Island hat mystery
BBC News – Giant statues give up hat secret
(Das in diesem Artikel gezeigte Bild steht unter einer Creative Commons-Lizenz.)
Getreidespeicher aus der Jungsteinzeit
Rund eintausend Jahre vor Beginn des eigentlichen Ackerbaus sammelten die Menschen im heutigen Jordanien bereits in großem Umfang Wildgetreide und bewahrten es über einen längeren Zeitraum auf. Das belegen Überreste von Getreidespeichern, die jetzt bei Grabungen in Dhra’ am Toten Meer gefunden wurden.
Die Bauten waren kreisrund und hatten einen Durchmesser von rund drei Metern. Ihre Wand bestand aus Lehm und Steinen, auf die ein Flachdach aus lehmverputztem Flechtwerk aufgesetzt wurde.
Der besondere Clou lag im Innern des Silos: hier konstruierten die Erbauer einen eingezogenen Boden, indem sie auf Steinblöcken ein Holzgerüst lagerten, das mit Lehm verschmiert wurde. Dies sollte Nagetieren den Zugang erschweren und Luft um das Getreide zirkulieren lassen.
Laut Radiokarbondatierung sind die Speicher etwa 11.000 Jahre alt und stammen somit aus der Frühphase des sog. Präkeramischen Neolithikums A.
Aus der Endphase des Präkeramischen Neolithikums A, dem achten vorchristlichen Jahrtausend, stammt die berühmte “Stadtmauer” im nahe gelegenen Jericho, einer der ersten stadtähnlichen Ansiedlungen weltweit.
Die “Venus vom Hohle Fels”

Die "Venus vom Hohle Fels".
Ansicht von der Seite und von vorne.
(© H. Jensen/Universität Tübingen)
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Vor 100 Jahren gruben Archäologen in Österreich die berühmte “Venus von Willendorf” aus – eine rund 27.000 Jahre alte Frauenfigur mit übertrieben weiblichen Proportionen. Dies war eine Sensation. Denn dass Menschen schon viele tausend Jahre früher solche Frauenbildnisse schufen, das hätte bislang niemand für möglich gehalten. Nun revolutioniert ein Fund, der einem Team um den Tübinger Archäologen Nicholas J. Conard gelang, unsere Vorstellungen vom Leben und der Kunst der eiszeitlichen Jäger erneut. In der Hohle Fels-Höhle bei Schelklingen auf der Schwäbischen Alb entdeckte das Team im September des vergangenen Jahres insgesamt sechs Bruchstücke aus Mammut-Elfenbein. Gereinigt und zusammengesetzt, ergaben sie eine etwa sechs Zentimeter große weibliche Figur. Der linke Arm und die linke Schulter fehlen, und statt des Kopfes befindet sich oben ein kleine Öse. Die Stücke lagen nur wenige Zentimeter voneinander entfernt rund drei Meter unter dem heutigen Höhlenboden – in einer Schicht, die auf ein Alter von mindestens 35.000 Jahren schließen lässt.
Friedhof mit Streitwagen und Pferden in China gefunden
In einem abgelegenen Dorf in der nordchinesischen Provinz Shaanxi haben Wissenschaftler einen Friedhof mit 48 Streitwagen und mehr als 100 Pferden freigelegt. Sie wurden gemeinsam mit einem Herrscher des damaligen Staates Jin begraben, der zu Zeiten der Zhou-Dynastie (1120 bis 781 v. Chr.) lebte. Der Friedhof ist damit etwa 600 Jahre älter als die berühmten Terrakotta-Krieger von Xi’an.
Ältester Maya-Fries entdeckt

Bildausschnitt aus dem Maya-Fries.
In Petén in Guatemala haben Archäologen den bisher ältesten bekannten Maya-Fries entdeckt. Das gut erhaltene Kunstwerk stammt aus dem Jahr 300 vor Christus und zeigt, dass die Hochkultur der Maya ein Jahrhundert früher begann als bisher vermutet. Der Fries ist vier Meter lang, drei Meter hoch und besteht aus Kalkstein und Stuck. Er zeigt Ixbalanque und Hunapu, die Söhne eines Maya-Gottes, beim Baden mit himmlischen Ungeheuern in einem Fluss.
Quelle: AFP
Statuen von Amenhotep III. gefunden
Auf dem Gelände des Totentempels von Amenhotep III. in Theben-West bei Luxor haben Archäologen zwei großartige Statuen des Pharaos entdeckt. Eine der beiden Figuren, die in Einzelteilen ausgegraben wurden, ist aus Quarzit gefertigt und zeigt den Herrscher als Sphinx. Die zweite Statue aus schwarzem Granit stellt den Pharao in sitzender Pose dar.
Werft aus der Pharaonenzeit
Ein Archäologenteam hat in dem ägyptischen Küstenort Ain al-Sukhna die Ruinen einer mehr als 4.500 Jahre alten Werft ausgegraben. In den Lagerräumen der Werft fanden die Forscher Tongefäße, auf denen die Namen von Pharaonen der 4. und 5. Dynastie (etwa 2670 bis 2350 v. Chr.) eingraviert sind.
Pyramide in Sakkara enthielt Gold und Mumienreste
Ägyptische Archäologen haben in der Grabkammer einer erst im vergangenen November freigelegten Pyramide in Sakkara bei Kairo einen massiven Sarkophag entdeckt. Darin lagen die Überreste einer Mumie und goldene Fingerhülsen, wie sie auch schon in anderen Königsgräbern aus der Pharaonenzeit gefunden worden waren. Die verfallene Pyramide wird Sesches-chet, der Mutter von Pharao Teti (2318 – 2300 v. Chr.), zugeschrieben. Die neu entdeckte Pyramide liegt in der Nähe der ebenfalls zusammengestürzten Pyramide des Teti.
Einzigartiger Sabäer-Tempel ausgegraben
In Äthiopien haben Archäologen einen Tempel aus der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr. ausgegraben. Das Heiligtum war dem sabäischen Hauptgott Almaqah gewidmet und ist eines der frühesten Zeugnisse der südarabischen Besiedlung in Nordostafrika.
Frühe Zeugnisse südarabischer Besiedlung in Äthiopien