Archiv für die Kategorie „Exoplaneten“
Crash in planetarer Kinderstube
Mit Hilfe des Weltraumteleskops Spitzer fanden Carey Lisse von der Johns Hopkins University und seine Kollegen Hinweise für eine Kollision in der protoplanetaren Scheibe um den rund 100 Lichtjahre entfernten Stern HD 172555: ein Objekt von der Größe des Erdmondes prallte dort in einen merkurgroßen Planeten.
Im Infrarotspektrum des etwa zwölf Millionen Jahre alten Sterns hatten die Astronomen ungewöhnliche Signaturen entdeckt, die auf Obsidian und sog. Tektite schließen lassen. Zudem findet sich in der Umgebung des Sterns reichlich Siliziumoxid-Gas als Relikt verdampften Gesteins.
Gemessen an den Kollisionsprodukten waren die beteiligten Gesteinskörper mit einer Relativgeschwindigkeit von mindestens zehn Kilometern pro Sekunde aufeinander geprallt. Nach Schätzungen von Lisse liegt diese Kollision nur wenige Jahrtausende zurück.
Kepler sieht Tag- und Nachtseite auf ferner Welt
Das am 7. März 2009 gestartete Weltraumteleskop Kepler hat als erstes Testobjekt den jupiterähnlichen Gasriesen HAT-P-7b unter die Lupe genommen. Dieser etwa 1.000 Lichtjahre entfernte Exoplanet war im letzten Jahr vom Hungarian Automated Telescope Network (HATNet) entdeckt worden. Die von Kepler gemessene Lichtkurve ist so präzise, dass man sogar die Tag- von der Nachtseite des Exoplaneten unterscheiden kann: HAT-P-7b besitzt eine dauerhafte Tagseite, deren Oberflächentemperatur rund 2.400 Grad Celsius beträgt. Seine Nachtseite ist dagegen mehr als 800 Grad kälter. Keplers Beobachtungen erlauben auch Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Atmosphäre des Planeten. Demnach finden sich dort ungewöhnliche chemische Verbindungen wie z.B. Titanoxid.
HAT-P-7b umkreist seinen Heimatstern in nur 2,2 Tagen und ist ihm 26 Mal näher als die Erde der Sonne.
Seitwärtstorkeln eines Sterns verrät Exoplaneten

VB 10 und sein planetarer Begleiter
im Vergleich zum Sonnensystem.
(NASA/JPL-Caltech)
Seit mehr als 50 Jahren versuchen Astronomen, mit Hilfe der Astrometrie einen Exoplaneten nachzuweisen. Bislang ohne Erfolg. Den beiden amerikanischen Astronomen Steven Pravdo und Stuart Shaklan vom Jet Propulsion Laboratory ist es nun gelungen, einen Exoplaneten anhand des Seitwärtspendelns zu erkennen, in das er sein Zentralgestirn versetzt. Als Folge dessen bewegt sich der Stern in einer Art Schlangenlinie über den Nachthimmel. Anhand der Stärke des Effekts schätzen die beiden Forscher, dass der Exoplanet die sechsfache Masse des Jupiter besitzt.
Der Exoplanet gehört zum 20 Lichtjahre von uns entfernten Roten Zwergstern Van Briesbroek 10 (VB 10) im Sternbild Adler. Der Planet umrundet den Roten Zwerg in einem Abstand von ca. 50 Millionen Kilometern – dies entspricht in etwa dem Abstand des Planeten Merkur von der Sonne. Für einen Umlauf um sein Zentralgestirn benötigt der Exoplanet rund neun Monate.
Der Rote Zwergstern VB 10 weist nur 8,3 Prozent der Masse unserer Sonne auf – er ist damit der masseärmste und kleinste Stern, bei dem bisher ein Planet gefunden wurde.
Astronomen entdecken bislang kleinsten Exoplaneten

Der äußerste bekannte Planet des Roten Zwergsterns Gliese 581 dürfte gerade noch in der lebensfreundlichen Zone liegen.
(Grafik: ESO, Franck Selsis (Univ. Bordeaux))
Mit dem Präzisionsinstrument HARPS an der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile gelang Astronomen um Michel Mayor die Entdeckung des bislang kleinsten Exoplaneten. Gliese 581e hat nur knapp die doppelte Masse unserer Erde und umkreist den 20,5 Lichtjahre von uns entfernten Roten Zwergstern Gliese 581 im Sternbild Waage, bei dem in den letzten beiden Jahren schon drei andere Exoplaneten nachgewiesen wurden. Anhand der neuen Daten konnten die Forscher die Angaben zur Umlaufbahn von Gliese 581 d verfeinern, den sie im Jahr 2007 entdeckt hatten. Demnach kreist diese Welt in einem Abstand um sein Zentralgestirn, der die Existenz flüssigen Wassers gestatten könnte.
Es ist schon faszinierend, wie weit wir seit der Entdeckung des ersten Exoplaneten im Jahr 1995 gekommen sind. Die Masse von Gliese 581 e ist 80 Mal kleiner als die von 51 Pegasi b. Und zwischen den beiden Entdeckungen liegen nur 14 Jahre…
Weltraumteleskop Kepler erfolgreich gestartet

Start des Weltraumteleskops Kepler.
Die Delta-II-Rakete mit dem Weltraumteleskop Kepler an Bord startete heute Morgen pünktlich um 04:49 Uhr MEZ von der Startrampe 17-B der Cape Canaveral Air Force Station in Florida. Etwa 60 Minuten nach dem Start wurde Kepler von der obersten Raketenstufe abgetrennt. Inzwischen hat das Weltraumteleskop den endgültigen Orbit etwa 1.500 Kilometer hinter der Erde erreicht. Die Überprüfung und Inbetriebnahme von Kepler wird rund 60 Tage in Anspruch nehmen. In etwa 30 Tagen sollen aber bereits die ersten Probebeobachtungen gemacht werden.
Kepler: Auf der Suche nach erdähnlichen Exoplaneten
Am Samstag, den 7. März 2009 um 04:49 Uhr MEZ startet die Raumfahrtbehörde NASA ihr neues Weltraumteleskop Kepler. Benannt ist es nach dem deutschen Naturphilosophen, Mathematiker und Astronomen Johannes Kepler (1571 – 1630), der die Gesetze der Planetenbewegung formulierte. Der 550 Millionen Dollar teure Satellit mit der Größe und dem Gewicht eines Kleinwagens wird von Cape Canaveral in Florida aus mit einer Delta-II-Rakete ins All geschossen. Auf seiner Umlaufbahn wird er dreieinhalb Jahre lang einen Bereich zwischen den Sternbildern Schwan und Leier unter die Lupe nehmen und dabei das Licht von über 100.000 Sternen in seinem Sichtfeld registrieren. Für seine Beobachtungen nutzt Kepler einen Spiegel von 1,4 Metern Durchmesser. Dieser reflektiert das Sternenlicht auf ein Fotometer, das aus 42 CCD-Chips zu je 2,25 Millionen Pixeln besteht. Das einfallende Licht wird nach kleinsten Helligkeitsschwankungen bei den Sternen durchsucht. Diese Helligkeitsschwankungen entstehen, wenn Planeten vor den Scheiben ihrer Muttersterne vorbeiziehen und deren Licht kurzfristig zu einem Teil abblocken. Auf diese Weise hofft man, eine Vielzahl kleiner, erdähnlicher Exoplaneten aufspüren zu können.
Zuletzt fand das europäische Weltraumteleskop CoRoT einen Exoplaneten von immerhin nur dem 1,8-fachen Durchmesser der Erde, der einen sonnenähnlichen Stern im Sternbild Einhorn umkreist (siehe: CoRoT findet bislang kleinsten Exoplaneten).
CoRoT findet bislang kleinsten Exoplaneten
Während des CoRoT-Symposiums in Paris wurde heute die Entdeckung des bisher kleinsten beobachteten Exoplaneten bekannt gegeben. CoRoT-Exo-7b hat einen Radius von eindreiviertel Erdradien und die sechsfache Masse der Erde. Seine Dichte dürfte demnach nahezu der der Erde entsprechen. Somit ist CoRoT-Exo-7b kein Heißer Jupiter oder Heißer Neptun, sondern ein terrestrischer Planet. Bei einer Umlaufzeit von lediglich 21 Stunden und einem Abstand von seinem Mutterstern von etwa drei Millionen Kilometern kann man Leben auf seiner Oberfläche jedoch definitiv ausschließen.
Der erste Exoplanet des Jahres 2009…
…ist HAT-P-11 b. Die Masse des neuen Exoplaneten liegt bei 0,081 Jupitermassen. Der Exoplanet ist 0,053 Astronomische Einheiten (AE) von seinem Zentralstern entfernt, seine Umlaufzeit beträgt etwas weniger als fünf Tage. Der Radius des Exoplaneten ist 0,422 Jupiterradien. HAT-P-11 b ist somit ein sog. “Hot Neptune“.
HAT-P-11 b: A Super-Neptune Planet Transiting a Bright K Star in the Kepler Field
Hubble entdeckt Kohlendioxid auf einem Exoplaneten
Das Weltraumteleskop Hubble hat in der Atmosphäre des Planeten HD 189733b Kohlendioxid nachgewiesen. Der im Jahr 2005 entdeckte Exoplanet befindet sich rund 63 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Fuchs.
Hubble Finds Carbon Dioxide on an Extrasolar Planet
Studenten finden Exoplaneten
Mit Hilfe einer eigens ersonnenen Analysemethode spürten die drei niederländischen Studenten Francis Vuijsje, Meta de Hoon und Remco van der Burg von der Universität Leiden einen Planeten mit der 4,5-fachen Masse und dem 1,6-fachen Radius des Jupiter auf, der den schnell rotierenden Stern OGLE-TR-L9 in einer Entfernung von weniger als 5 Millionen Kilometern umkreist.
Students Discover Unique Planet
OGLE2-TR-L9: An extrasolar planet transiting a fast-rotating F3 star