Archiv für die Kategorie „Geologie“

PostHeaderIcon Heute vor 30 Jahren: Ausbruch des Mount St. Helens

Einzelbild aus Gary Rosenquists berühmter Fotoserie
vom Beginn des Ausbruchs des Mount St. Helens.
(Gary Rosenquist/Joel E. Harvey/USGS/astroarts.org)
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Nach 123 Jahren der Ruhe schüttelte sich der Mount St. Helens am 20. März 1980 mit einer Reihe von Erdbeben wach. Durch kleine Ascheeruptionen wurde eine Woche später auf dem Gipfelgletscher ein neuer Krater ausgehöhlt. Während der nächsten Wochen bedeckte Asche von Hunderten dieser kleinen Eruptionen die weiße Schneedecke des Berges mit einem schwarzen Schleier. Während die Erde weiter bebte, wuchs hoch auf der Nordflanke des Mount St. Helens mit einer Rate von bis zu zwei Metern pro Tag eine unheilvolle Anschwellung heran – eine Veränderung, die selbst aus größerer Entfernung mit bloßem Auge erkennbar war. Die meisten Geologen, die diese Aktivitäten studierten, kamen zu dem Schluss, dass in geringer Tiefe unter der Nordseite des Mount St. Helens eine Magmaintrusion erfolgt sein musste, und dass diese starke Injektion von geschmolzenem Felsgestein die Erdbeben und die Anschwellung verursacht hatte. Die Hauptfragen waren jedoch, ob – und vor allem wann – dieses neue Magma an die Oberfläche gelangen würde.
Die Antworten kamen am 18. Mai 1980. Um 08:32 Uhr löste ein Erdbeben der Stärke 5,1 eine riesige Lawine aus Felsgestein und Eis am Nordabhang des Mount St. Helens. Das Abrutschen dieser ungeheuren Gesteins- und Eismassen gab plötzlich den Druck frei, der auf dem überhitzten Grundwasser und dem Magma unter dem Vulkan lastete – gerade so, als ob der Deckel eines riesigen Dampfkochtopfs plötzlich wegfliegen würde. Die nachfolgende Detonation des sich explosiv ausbreitenden Dampfes und der vulkanischen Gase riss die noch verbliebene Nordseite des Gipfels weg, zermahlte sie zu kleinsten Bestandteilen und schleuderte diese über einen Bereich von etwa 550 Quadratkilometer über die bewaldeten Gebirgskämme. 57 Menschen wurden dabei getötet; zwei von ihnen gaben noch über Funk eindrucksvolle Berichte ab – darunter David Johnston, der als Wissenschaftler beim U.S. Geological Survey arbeitete und von einem hohen Gebirgskamm 9 km nördlich vom Mount St. Helens Messungen der Anschwellung durchgeführt hatte.
Während der nächsten neun Stunden kochten die Gase weiterhin aus dem offen liegenden Magmakörper heraus, sandten Asche in die hohen Wolkenschichten und schickten Ascheströme die durchbrochene Nordflanke des Mount St. Helens hinab. Schlammfluten ergossen sich in die Bäche und Flüsse, und feine Vulkanasche lagerte sich in Schichten von bis zu 4 cm Dicke Hunderte von Kilometern in östlicher Richtung ab. Am Abend des 18. Mai 1980 war die Haupteruption vorüber – der Mount St. Helens war um rund 400 Meter geschrumpft.

Mount St. Helens National Volcanic Monument

Devastation and Recovery at Mt. St. Helens

30th Anniversary of the Eruption of Mt. St. Helens

USGS – Mount St. Helens’ 30th Anniversary

Mount St. Helens – Pre-May 18, 1980 Images

Mount St. Helens – May 18, 1980 Eruption Images

Is It Safe to Live Near a Volcano?

PostHeaderIcon Versunkene Inselgruppe im zentralkaribischen Meer gefunden

Untermeerischer Berg
im Bereich des sog. Hess-Escarpments
im zentralkaribischen Meer.
(IFM-GEOMAR/dpa)
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Im März und April dieses Jahres waren Geologen aus Greifswald, Kiel und Hannover mit dem Forschungsschiff “Meteor” in der Karibik vor der Küste Kolumbiens und Venezuelas unterwegs. Während ihrer Expedition fanden die Forscher in Wassertiefen von 800 bis 1.000 Metern Gipfel von Seebergen aus versteinerten Korallen, Schnecken und Rotalgenknollen. Diese Lebewesen waren ursprünglich nur in lichtdurchfluteten oberen Bereichen des Meeres beheimatet. Zudem wiesen die Geologen in größeren Tiefen Basaltgerölle nach, wie sie nur in stark bewegtem Wasser in Flüssen oder Meeresbrandungen entstehen. Die Funde sind deutliche Belege dafür, dass die submarinen Berge ehemals Inseln im karibischen Meer waren.
Die Geologen gehen davon aus, dass es vor rund 80 bis 90 Millionen Jahren zu einem großen untermeerischen Basaltausfluss kam, in dessen Folge über der Tiefseeebene ein zwei Kilometer dickes Basaltplateau entstand, das über der Meeresoberfläche gelegen haben muss. Mehrere zehn Millionen Jahre später wurde das Plateau durch enorme geotektonische Kräfte auseinandergerissen und gekippt. An den Hochstellen bildeten sich dann vor 40 bis 50 Millionen Jahren Korallenriffe. Deren Wachstum konnte zunächst mit dem stetigen Absinken der Bruchstücke des Plateaus mithalten. Später starben die Riffe jedoch ab und verschwanden mit der Zeit in der Tiefe. Heute liegen die Basaltformationen in einer Tiefe von bis zu 1.800 Metern.

Versunkene Inseln in der Karibik entdeckt

Die karibische Flutbasaltprovinz

PostHeaderIcon Black Smoker in fünf Kilometer Tiefe

Ein Expeditionsteam unter Leitung von Bramley Murton vom National Oceanography Centre in Southampton hat mit Hilfe eines ferngesteuerten U-Bootes Aufnahmen von hydrothermalen Quellen am Grund des Karibischen Meeres gemacht. Die sog. Black Smoker befinden sich in fünf Kilometer Tiefe im Kaimangraben, einer Tiefseerinne nördlich von Jamaika.
Dort dringt Meerwasser in den tektonisch aktiven Untergrund ein, wird durch das unterliegende Magma stark erhitzt und mit Sulfiden und anderen Mineralien angereichert. Wo dieses Wasser unter hohem Druck aus dem Grund austritt und auf das kalte Meerwasser trifft, fallen die gelösten Mineralien wieder aus. Als Resultat bilden sich meterhohe Schlote aus Kupfer- und Eisenerzen, aus denen eine dunkle “Rauchwolke” aus gelösten Salzen austritt (daher die Bezeichnung “Black Smoker”). Den zahlreichen Lebewesen, die sich an die dort herrschenden extremen Bedingungen (Temperaturen von mehreren hundert Grad, hoher Druck, fehlendes Sonnenlicht) angepasst haben, dienen diese Salze als Nahrung.
Einige der bei den Black Smokern vorgefundenen Lebensformen könnten repräsentativ für frühe Formen des Lebens auf der Erde sein, und es ist nicht auszuschließen, ähnliche Lebensformen auch auf anderen Himmelskörpern in unserem Sonnensystem zu finden. Ein möglicher Kandidat ist der Jupitermond Europa.

wissenschaft.de – Üppiges Leben auf dem Schwarzen Raucher

British scientific expedition discovers world’s deepest known undersea volcanic vents

The Remarkable Diversity of Seafloor Vents

Lost City Research

Europa Has Enough Oxygen For Life

YouTube – Deep-sea black smoker

PostHeaderIcon Der Eyjafjallajökull-Vulkan bei Nacht … und aus der Luft

Die Eruptionen des Eyjafjallajökull-Vulkans in Island bei Nacht:

YouTube – Volcanic eruption at Fimmvorduhals near Eyjafjallajökull volcano


Und weil’s so schön ist, hier noch ein paar atemberaubende Luftaufnahmen vom Eyjafjallajökull-Vulkan. Östlich der schon bestehenden Lavaspalte hat sich in den letzten Märztagen eine neue aufgetan, aus der insgesamt sieben Lavaströme austreten.

YouTube – Aerial video of the new eruption crater at Eyjafjallajökull, Iceland

PostHeaderIcon Feuer und Eis

Drei beeindruckende Videos vom Ausbruch des Vulkans unter dem Eyjafjalla-Gletscher in Island:

YouTube – Volcano in Iceland erupts – Dramatic Video


YouTube – Iceland volcano eruption March 2010 – New footage


YouTube – Volcano Eruption on Iceland March 21th 2010

PostHeaderIcon Unterwasser-Erdrutsch vor Afrika

Forscher des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) in Kiel haben südlich der Kanarischen Inseln Spuren eines gigantischen Unterwasser-Erdrutsches gefunden, der sich vor rund 2.000 Jahren ereignete.
Damals glitten Schuttmassen vom Rand des afrikanischen Kontinents ab und bewegten sich über 900 Kilometer durch den Ozean. Schließlich bedeckten sie eine Fläche von rund 150.000 Quadratkilometern.
Die Forscher hatten eigentlich eine bekannte und sehr viel ältere Erdbewegung untersuchen wollen, die sog. Sahara-Hangrutschung. Bisher vermuteten Forscher, dass sich dieser Erdrutsch dort vor rund 50.000 bis 60.000 Jahren abspielte, als der Meeresspiegel des Atlantiks deutlich anstieg. Die nun entdeckte Rutschung geschah allerdings in einer klimatisch relativ stabilen Zeit.
Unterwasser-Erdrutsche lösen im schlimmsten Fall verheerende Tsunamis aus. Auf den nahe gelegenen Kanarischen Inseln könnte es also entsprechende Ablagerungen geben und möglicherweise finden sich sogar bei den Autoren der Antike Hinweise auf eine solche Katastrophe.
Dessen ungeachtet hat die jüngste Entdeckung aber vor allem Konsequenzen für die Gefahrenabschätzung für Bohrinseln, Pipelines und Datenkabel.

Ein Tsunami zu Kaiser Augustus’ Zeiten?

Submarine Gefahren an Kontinentalrändern

PostHeaderIcon Borexino-Experiment weist erstmals Geo-Neutrinos nach

Mit dem Borexino-Detektor im italienischen Gran-Sasso-Untergrundlabor konnten erstmals Antineutrinos aus dem Inneren der Erde nachgewiesen werden. Die gewonnenen Daten zeigen ein deutliches Signal von Antineutrinos mit den erwarteten Energien aus dem radioaktiven Zerfall von Uran und Thorium. Die Messungen stützen damit die Theorie, wonach Radioaktivität die wesentliche Quelle für die Erdwärme darstellt. Die Hitze im Erdinneren ist verantwortlich für die konvektiven Bewegungen im Erdmantel, welche die vulkanische Aktivität und die Plattentektonik hervorrufen, wie auch für den Geodynamo, der das Erdmagnetfeld erzeugt.

Observation of Geo-Neutrinos

Borexino Experiment

PostHeaderIcon Schweres Erdbeben in Chile

In Chile hat sich heute Morgen um 07:34 Uhr MEZ ein Erdbeben der Stärke 8,8 ereignet.
Das Zentrum des Bebens lag 115 Kilometer nordöstlich der zweitgrößten Stadt Concepción, in der rund 215.000 Menschen leben. Auf den gewaltigen Erdstoß folgten binnen zweieinhalb Stunden insgesamt elf zum Teil schwere Nachbeben.
In einigen Vierteln der Hauptstadt Santiago fiel der Strom aus. Im gesamten Land waren die Telefonverbindungen unterbrochen. Bislang ist von mindestens 85 Todesopfern die Rede.
Für den Westen Südamerikas, Hawaii, Australien, Neuseeland, Japan, die Philippinen und Russland wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben. Die Pazifik-Anrainer fürchten, dass eine bis zu fünf Meter hohe Flutwelle über ihre Küsten hereinbrechen könnte.

Update 20:00 Uhr MEZ: Zur Zeit ist von über 120 bestätigten Todesopfern die Rede. In den am stärksten zerstörten Orten, vor allem in Concepción, werden noch zahlreiche weitere Opfer unter den Trümmern vermutet.
Die Juan-Fernandez-Inseln vor der Küste Chiles wurden von einer großen Tsunami-Welle getroffen und sind überschwemmt. Von der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet wurden Schiffe und Hubschrauber zu der Inselgruppe geschickt.
Die chilenische Hafenstadt Valparaíso wurde bereits 20 Minuten nach dem Erdbeben von einer Tsunami-Welle getroffen, die Osterinsel etwa 30 Minuten später. Dort wird derzeit die Küstenregion evakuiert.

PostHeaderIcon Erdbeben auf Haiti – Linkliste

PostHeaderIcon Schweres Erdbeben auf Haiti

Eine Erdbebenserie mit mehr als zehn schweren Erdstößen hat die Bewohner des Karibikstaates Haiti in Angst und Schrecken versetzt – und offenbar für sehr viele Todesopfer gesorgt. Das heftigste Beben gestern um 22:53 Uhr MEZ hatte laut der Erdbebenwarte des USGS eine Stärke von 7,0. Das Zentrum des Bebens lag nur 15 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince, wo unter anderem der Präsidentenpalast zerstört wurde.

Gunnar hat weitere Details:

Warum passierte das Erdbeben in Haiti?

Haiti Erdbeben update: die angekündigte Katastrophe?

Haiti-Erdbeben update

Erdbeben in Haiti – Mögliche Folgegefahren

Haiti, erneutes Erdbeben


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