Archiv für die Kategorie „Geologie“
Vulkanausbruch vor Tongatapu
Etwa zehn Kilometer vor der Südwestküste der Pazifik-Insel Tongatapu ist ein unterseeischer Vulkan ausgebrochen. Seit Montag steigen dort gewaltige Dampfsäulen und Rauchwolken empor. Dem Ausbruch waren mehrere heftige Erdbeben vorausgegangen.
YouTube – Undersea volcano erupts near Tonga in Pacific ocean 18.03.2009
Ozeane und Plattentektonik schon auf der Ur-Erde
Die Bewegungen der Erdkruste im Rahmen der Plattentektonik begannen schon vor vier Milliarden Jahren – und damit viel früher als bisher angenommen. Das belegen amerikanische Wissenschaftler vom Institut für Geophysik an der Universität von Kalifornien in Los Angeles anhand von Mineralien aus der Frühzeit der Erde. Auch Wasser muss es damals schon reichlich gegeben haben. Die Forscher analysierten Zirkone aus Westaustralien – das sind Mineralien, die im Inneren von geschmolzenen Gesteinen oder Magma gebildet werden. Mit Hilfe einer hochauflösenden Ionenmikrosonde beschossen sie die winzigen Mineralkörnchen mit einem Ionenstrahl, der Ionen aus der Probe herausschlug. Diese wurden dann im Massenspektrometer auf ihre chemische Zusammensetzung hin analysiert und per Isotopenanalyse datiert. Die Analyse ergab, dass einige der im Magma gefunden Zirkone mehr als vier Milliarden Jahre alt waren. Gleichzeitig fanden sich Hinweise darauf, dass sie in Regionen entstanden waren, die weitaus kühlere Temperaturen aufwiesen als es dem globalen Durchschnitt der damaligen Zeit entsprach. Nach Ansicht der Forscher lässt sich diese ungewöhnlich niedrige Entstehungstemperatur der Zirkone nur erklären, wenn es damals schon Plattentektonik gab. Auf einem komplett trockenen Planeten ist allerdings keine Plattentektonik möglich.
Plate tectonics started over 4 billion years ago, geochemists report
Beschleunigter Gletscher
Eine Serie versteckter Seen unter dem Eis bestimmt offenbar, wie schnell sich der Byrd-Gletscher in der Ostantarktis in Richtung Meer bewegt: laufen die Seen über, weil sich genügend Schmelzwasser an der Basis der Eiszunge angesammelt hat, beschleunigt sich der Gletscher um bis zu zehn Prozent. Entdeckt haben diesen Zusammenhang die Glaziologen um Leigh Stearns von der University of Maine in Orono, als sie Satellitenbilder des Byrd-Gletschers miteinander verglichen.
Increased flow speed on a large East Antarctic outlet glacier caused by subglacial floods
Forscher entdecken älteste Felsformation der Erde
Wie das Fachmagazin “Science” in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wurden entlang der Hudson Bay im Norden der kanadischen Provinz Quebec die ältesten Gesteinsformationen der Erde gefunden. Entdeckt wurden die Felsen von einem Forscherteam um Jonathan O’Neil und Professor Don Francis vom Department of Earth and Planetary Sciences der kanadischen McGill-Universität. Das Alter der Felsen konnte mit Hilfe von Neodym-142-Isotopen auf rund 4,3 Milliarden Jahre datiert werden. Angesichts des Gesamtalters unseres Planeten von etwa 4,6 Milliarden Jahren ermöglichen diese Gesteine damit einen Einblick in die noch junge Erdkruste.
McGill researchers find oldest rocks on Earth
Mini-Vulkan legt Flugverkehr lahm
Ein kleiner Vulkan hat Anfang August 2008 einen Teil des Flugverkehrs zwischen Alaska, Kanada und den USA lahmgelegt. Schuld war die Aschewolke, die der Ausbruch des Kasatochi-Vulkans am 7. August hoch hinauf in die Atmosphäre schleuderte. Die winzige, rund 750 Meter große Insel Kasatochi in den westlichen Alëuten besteht nur aus der Spitze eines unterseeischen Stratovulkans, die 314 Meter über den Meeresspiegel hinausragt. Das Innere des Kraters war vor dem Ausbruch mit Wasser gefüllt. Die Aufnahme des “Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer” (ASTER) an Bord des NASA-Satelliten Terra zeigt die Vulkaninsel vor dem Ausbruch. Die Vegetation an den steilen Vulkanhängen erscheint im infraroten Wellenbereich rot gefärbt. Das zweite Bild zeigt die Aschewolke drei Tage nach dem Ausbruch in einer Aufnahme des “Advanced Very High Resolution Radiometer” des Satelliten NOAA-15.
Tiny Aleutian island has big impact
Steinbogen in US-Nationalpark eingestürzt
Einer der größten und schönsten Steinbögen im Arches-Nationalpark im US-Bundesstaat Utah ist eingestürzt. Der Wall Arch am Devils Garden Trail war 22 Meter hoch und hatte eine Spannweite von knapp 11 Metern. Er befand sich in der Nachbarschaft des berühmten Landscape Arch, der mit knapp 90 Metern Spannweite zu den größten natürlichen Felsbögen der Welt zählt.
Wall Arch Collapses
Diamanten als Boten aus der Tiefe
Zusammen mit Kollegen aus Großbritannien, den USA und Brasilien haben Shantanu Keshav und Gudmundur Gudfinnsson vom Bayerischen Geoinstitut der Universität Bayreuth kleinste Mineraleinschlüsse in Diamanten untersucht. Wie die Spurenelementkonzentrationen in den Mineraleinschlüssen und Hochdruckexperimente am Bayerischen Geoinstitut belegen, bildeten sich die Diamanten und ihre Einschlüsse aus aufgeschmolzener, kalksteinhaltiger Ozeankruste. Die Kristallstrukturen der Einschlüsse (Perowskit und Majorit) zeigen außerdem an, dass die Aufschmelzung in mindestens 400 km Tiefe stattgefunden haben muss.
Primary carbonatite melt from deeply subducted oceanic crust
Vor 100 Jahren: Asteroiden-Explosion in Sibirien

Vor 100 Jahren, am 30. Juni 1908, explodierte in ca. zwölf Kilometern Höhe über der sibirischen Taiga ein Asteroid von etwa 30 bis 50 Metern Durchmesser, der mit bis zu siebzigtausend Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre eingedrungen war. Die von der Explosion ausgelöste, auf den Boden gerichtete Druckwelle verwüstete ein Gebiet von mehr als 2.000 Quadratkilometern. Beim Zerplatzen des Asteroiden wurde eine Energie freigesetzt, die etwa 10 bis 15 Megatonnen TNT oder der Energie von mehreren hundert Hiroshima-Atombomben entsprach. Erst 1927 konnte eine Expedition unter Leitung des Mineralogen Leonid Kulik zum Ort des Ereignisses vordringen. Die Folgen der Katastrophe sind noch heute zu erkennen.
30. Juni 1908: Tunguska in Flammen
Vulkane unter dem Packeis
Vor neun Jahren registrierten Erdbebenforscher ein schwarmartiges Auftreten von Erdbeben im Osten des arktischen Meeresbeckens, am sog. Gakkel-Bergrücken. Das unterseeische Bergmassiv liegt unter einer dicken Eisschicht am 85.Grad nördlicher Breite und ist Teil des globalen Mittelozeanischen Bergrückens. Eine Reihe von Indizien sprach für einen großen Vulkanausbruch als Ursache für die Beben. Erst jetzt konnten Wissenschaftler während einer Expedition in dieses Gebiet Belege für ihre Vermutung sammeln. Dabei verwendeten die Forscher eine eigens für den Einsatz unter Packeis konstruierte, hochauflösende Unterwasserkamera und einen speziellen ferngesteuerten Tauchroboter zur Probenentnahme. Die Bilder aus einem Tal des Gakkel-Bergrückens in etwa 4.000 Metern Tiefe zeigten ein großflächiges Gebiet mit vulkanischen Ablagerungen. Außerdem fanden die Forscher eine Vielzahl unterseeischer Vulkane mit einem Durchmesser von zwei Kilometern und einer Höhe von über 300 Metern.
Feuer unter dem Eis – Internationale Expedition entdeckt gigantische Vulkanexplosion im Arktischen Ozean
Siehe auch:
Glühende Urgewalten unter dem Eis
Aktive Unterseevulkane nahe Fidschi
Während einer sechswöchigen Forschungsexpedition im Pazifischen Ozean führten Wissenschaftler der australischen National-Universität (ANU) und des australischen Forschungsverbunds (CSIRO) eine Kartierung der Topographie des Meeresbodens im North Lau Basin, einem Meeresgebiet rund 400 Kilometer nordöstlich der Fidschiinseln, durch. Mit Hilfe von modernsten Sonargeräten erzeugten sie digitale Aufnahmen des Meeresbodens in zuvor nie erreichter Auflösung. Bei der Kartierung der teilweise noch völlig unerforschten Gebiete fanden die Forscher Überraschendes: in dem von Spreizungsrücken und Riftzonen durchzogenen Gebiet entdeckten sie gleich mehrere aktive Vulkane. Zwei der Vulkane sind so gewaltig, dass allein ihre Krater bis zu 1.500 Meter in die Tiefe reichen. Einige der vulkanischen Formen gleichen in mancher Hinsicht denen auf der Venusoberfläche.
Active submarine volcanoes found near Fiji