Archiv für die Kategorie „Geologie“

PostHeaderIcon Der Tod kam aus der Tiefe

Mit Hilfe des Metalls Molybdän in Sedimentgesteinen konnten Forscher um den Geologen Professor Thomas Nägler von der Universität Bern nachweisen, warum es vor rund 540 Millionen Jahren auf der Erde zu einem großen Massenaussterben der ersten Mehrzeller kam: die gemessenen Molybdän-Isotope zeigten an, dass die Lebensräume der sog. Ediacara-Fauna durch aus der Tiefe der Ozeane aufsteigenden Schwefelwasserstoff vergiftet wurden.
Medieninformation der Universität Bern (PDF)

Hydrogen sulphide release to surface waters at the Precambrian/Cambrian boundary

Ediacara-Fauna

PostHeaderIcon Mikroorganismen tief unter dem Meeresboden

Mehr als 1.600 Meter unter dem Meeresboden und damit viel tiefer als bisher angenommen wachsen und gedeihen Mikroorganismen. Das haben französische und britische Forscher bei der Untersuchung von Bohrkernen entdeckt, die bis zu 111 Millionen Jahre alte Sedimente enthielten. Erwan Roussel von der Université de Bretagne Occidentale in Brest und sein Team analysierten neun Bohrkerne aus dem Meeresboden vor der Küste Neufundlands, die aus Tiefen von 860 bis 1.626 Metern stammten und zwischen 46 bis 111 Millionen Jahre alt waren. Die tiefste und älteste Probe wurde dabei aus einem Bereich unterhalb einer Lava-Ablagerung gewonnen, wo Temperaturen zwischen 60 und 100 Grad Celsius herrschen. Vor allem in diesem Probenteil fanden sich hohe Konzentrationen von Methan und anderen Kohlenwasserstoffen. In allen Kernen entdeckten die Forscher einfach gebaute Mikroorganismen ohne Zellkern, von denen sich einige gerade teilten.

Roussel et al.: Extending the Sub-Sea-Floor Biosphere

PostHeaderIcon Hawaii: Vulkan Kilauea wieder aktiv

Der Hauptkrater des Kilauea auf Hawaii wirft derzeit unter großem Getöse Steine, Lava und Asche aus. Das beeindruckende Naturschauspiel droht das Leben auf der Insel lahm zu legen, erste Teile des Nationalparks mussten schon geschlossen werden. Der Vulkan, der seit über 80 Jahren nicht mehr so aktiv war wie jetzt, steht unter ständiger wissenschaftlicher Beobachtung. Es werden Emissionen und seismische Aktivitäten gemessen, um bei auftretender Gefahr rechtzeitig Warnungen an die Bevölkerung ausgeben zu können.
Ständig aktualisierte Bilder beim USGS

Live-Panorama der Webcam des USGS

Karten zu den jüngsten Aktivitäten des Vulkans

Vulkan Kilauea spuckt Feuer und Lava

PostHeaderIcon Hotspot löste Vulkankatastrophe im Nordatlantik aus

Wissenschaftlern um Robert White von der Universität von Cambridge ist es erstmals gelungen, die Lavaschicht unter dem Nordatlantik in ihrer Gänze auszumessen und zu erforschen. Sie entwickelten dazu eine neue seismische Methode, die es ihnen erlaubte, durch die Sedimente bis auf die darunter liegenden Lavaschichten und sogar durch diese hindurch zu schauen. Ihre jetzt in der Fachzeitschrift “Nature” veröffentlichten Ergebnisse geben einen Einblick in die dramatischen Ereignisse beim Zerbrechen der Kontinente. Vor 55 Millionen Jahren, als Grönland und Nordwesteuropa auseinander drifteten, ereignete sich ein extremer Ausbruch vulkanischer Aktivität: der Nordatlantik riss auf und ein Hotspot im Erdmantel schleuderte bis zu zehn Millionen Kubikkilometer geschmolzenes Gestein an die Erdoberfläche. Heute ist ein Großteil dieser stellenweise mehr als zwölf Kilometer dicken Lavaschicht vom Meer und von Sedimenten bedeckt. Nur eine kleine Ecke dieser Vulkanregion ist als Gesteinsformation des Giant’s Causeway in Nordirland erhalten.
Under the sea

Wikipedia: Giant’s Causeway

PostHeaderIcon Vulkanausbruch unter antarktischem Eis

Vor etwa zweitausend Jahren ist unter der westantarktischen Eisdecke ein Vulkan ausgebrochen, der noch heute aktiv ist. Das schließen Hugh Corr und David Vaughan von der British Antarctic Survey aus Radarbildern, die während einer Überfliegung der Hudson Mountains in der Westantarktis geschossen wurden. Die Bilder zeigen Reflexionen, die über ein ovales Areal verteilt sind und zu den Rändern hin schwächer werden. Die Wissenschaftler sind der Ansicht, dass diese Reflexionen von einer Ascheschicht stammen, die ein Vulkanausbruch hinterlassen hat. Eine unabhängige Bestätigung für ihre Vermutung haben Corr und Vaughan in Eisbohrkernen gefunden, die schon früher in der Nähe der Hudson Mountains gezogen worden waren: in zwei der Eisproben hatten Forscher eine relativ junge vulkanische Ascheschicht entdeckt.

First evidence of under-ice volcanic eruption in Antarctica

Hudson Mountains

Bilder vom Ausbruch des Grímsvötn auf Island

PostHeaderIcon Die Kontinente kamen vor rund 1,5 Milliarden Jahren zum Stillstand

Die Kontinente waren nicht immer in Bewegung. Als sich vor 1,5 Milliarden Jahren die Landmassen zum Superkontinent Rodinia vereinigten, soll dies die Plattentektonik für rund 100 Millionen Jahre angehalten haben. Dies folgern zwei Forscher der Carnegie Institution aus der vergleichenden Untersuchung von Vulkangesteinen. Weil ein riesiges Meer bei der Bildung des Kontinents verschwunden sei, habe es auch dessen Subduktionszonen nicht mehr gegeben, in denen sich Erdplatten unter ihre Nachbarn schieben. Solche Zonen zeichnen sich durch regen Vulkanismus aus. Den gleichen Effekt sagen die Forscher übrigens auch für die Zukunft voraus: in 350 Millionen Jahren könnte es demnach zu einem Stillstand kommen, wenn Amerika, Asien und Australien zu einer Landmasse verschmelzen und der Pazifische Ozean zwischen ihnen verschwindet.
Earth’s Plates May Take a Break

Stockender Verkehr – Superkontinente bringen Kontinentaldrift zum Erliegen

PostHeaderIcon Why Earth's Mantle Is Missing Matter

Observations about the early formation of Earth may answer an age-old question about why the planet’s mantle is missing some of the matter that should be present. Earth is made from chondrite, very primitive rocks of meteorites that date from the earliest time of the solar system before the Earth was formed. However, scientists have been puzzled why the composition of Earth’s mantle and core differed from that of chondrite. New findings suggest that an ancient magma ocean swirled beneath the Earth’s surface and would account for this discrepancy.
UBC Study May Solve Age-old Mystery of Missing Chemicals From Earth’s Mantle

PostHeaderIcon Wie schmelzende Eisschilde und Erdbeben zusammenhängen

Veränderungen im Spannungsfeld der Erdkruste haben nach der letzten Eiszeit im Teton-Gebirge im Nordwesten der USA mehrere starke Erdbeben ausgelöst. Das berichten Forscher aus Münster und Bochum im Fachmagazin “Geology”. Die Hebung der Bergkette um mehrere tausend Meter in den letzten Millionen Jahren sei auf das wiederholte Auftreten von Erdbeben an der sog. Teton-Störung zurückzuführen, die am Fuß der Teton-Berge entlang laufe. Zur Zeit sei die 60 Kilometer lange Störung seismisch inaktiv, doch Klimaschwankungen könnten die Seismizität der Erdkruste entscheidend beeinflussen. Dies werfe die Frage auf, ob das derzeitige Abschmelzen von Inlandeis – zum Beispiel in Grönland – in Zukunft Erdbeben auslösen könne.
http://www.gsajournals.org/perlserv/?request=get-abstract&doi=10.1130%2FG24093A.1

PostHeaderIcon Kontinentaldrift: Indien mit "Turboantrieb"

Vor 50 Millionen Jahren prallte der indische Subkontinent mit einer Geschwindigkeit von rund 20 Zentimetern pro Jahr auf den riesigen eurasischen Kontinent. Die durch diese Kollision entstandene Knautschzone heißt heute Himalaya, das mächtigste Gebirge der Erde. Auch das sich nördlich davon anschließende Tibetanische Hochplateau ist ein Resultat dieses Zusammenstoßes. Indien war bis vor ca. 140 Millionen Jahren Teil des Superkontinents Gondwanaland. Gondwana zerbrach, seine verschiedenen Teile drifteten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auseinander und heißen heute Indien, Afrika, Australien, Antarktis und Südamerika.
Aber warum war Indien so viel schneller und bewegte sich weiter als die anderen Teile von Gondwanaland?
Eine neue, am GeoForschungsZentrum Potsdam entwickelte seismische Methode ermöglicht die recht genaue Messung der Mächtigkeit der heutigen Lithosphärenplatten. Dabei fiel auf, dass die Indische Platte nur etwa 100 Kilometer mächtig ist, während die anderen Restplatten von Gondwana fast die doppelte Dicke aufweisen. Die Ursache für das Aufbrechen von Gondwana sehen Geowissenschaftler in einer riesigen Gesteinsblase, die den Superkontinent von unten aufheizte und zerbrechen ließ. Der Vulkan ließ auch die untere Hälfte des indischen Subkontinents wegschmelzen. Deshalb konnte Indien schneller und weiter verschoben werden.

Prakash Kumar et al.: The rapid drift of the Indian tectonic plate

spektrumdirekt: Platte auf der Überholspur

Expedition Bhutan: Die Entstehung des Himalaya

Late Jurassic

Mineralienatlas Lexikon – Plume

Continental drift – Wikipedia, the free encyclopedia

PostHeaderIcon Geologists Recover Rocks From The San Andreas Fault

For the first time, geologists have extracted intact rock samples from 2 miles beneath the surface of the San Andreas Fault, the infamous rupture that runs 800 miles along the length of California.
http://news-service.stanford.edu/news/2007/october10/safod-101007.html


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