Archiv für die Kategorie „Mars“
Frostbedeckte Landesonde "Phoenix"
Neue Bilder der HiRISE-Kamera an Bord des Mars Reconnaissance Orbiter zeigen die Landesonde “Phoenix” eingehüllt in Trockeneisfrost:
HiRISE – Phoenix Lander in Winter
Lavaströme des Vulkans Arsia Mons in Daedalia Planum

Zwei Ströme erkalteter Lava in Daedalia Planum,
die ihren Ursprung an der Südostflanke
des 14 km hohen Marsvulkans Arsia Mons haben.
Norden ist rechts.
(ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))
Zum Vergrößern das Bild anklicken.
In der Tharsis-Region auf dem Mars finden sich vier der höchsten Vulkane im Sonnensystem. Neben dem 26 Kilometer hohen Olympus Mons im Nordwesten der Region sind auch die drei Vulkane Ascraeus, Pavonis und Arsia Mons wahre Giganten, deren Gipfel Höhen von bis zu 20 Kilometer erreichen. Südöstlich des südlichsten dieser drei Tharsis-Vulkane, dem 14 Kilometer hohen Arsia Mons, befindet sich Daedalia Planum, eine Ebene mit relativ wenigen Einschlagkratern und zahlreichen, erkalteten Lavaströmen unterschiedlichen Alters.
Das hier vorgestellte Bild, aufgenommen am 25. Dezember 2008 mit der HRSC (High Resolution Stereo Camera) an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express, zeigt einen Ausschnitt von Daedalia Planum mit einer Ausdehnung von ca. 150 mal 75 Kilometern. Die gezeigte Region ist damit in etwa so groß wie die Karibikinsel Jamaika. Hier sind zwei Ströme erkalteter Lava zu erkennen, die ihren Ursprung an der Südflanke des Vulkans Arsia Mons haben, der sich nordwestlich – außerhalb des Bildausschnittes – befindet.
Steve Squyres mit Carl-Sagan-Medaille geehrt
Steve Squyres von der Cornell University in Ithaca, New York, ist leitender Forscher für die Mission der beiden Marsrover Spirit und Opportunity. Für seine überragende Öffentlichkeitsarbeit wurde er jetzt von der American Astronomical Society mit der Carl-Sagan-Medaille 2009 ausgezeichnet.
Squyres wins Carl Sagan Medal for public outreach
Carl Sagan Medal for Excellence in Public Communication in Planetary Science
Mars: Meteoriteneinschläge legen Wassereis frei

Frischer Meteoritenkrater mit dünner Schicht aus Wassereis
am Kraterrand (links), die mit der Zeit verblasst ist (rechts).
Die Bilder wurden im Oktober 2008 und Januar 2009 aufgenommen
und zeigen ein etwa 35 Meter großes Gebiet in der Region Arcadia Planitia auf dem Mars.
(NASA/JPL/University of Arizona)
Im Oktober und November 2008 hatte die Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) frische Meteoritenkrater von bis zu 12 Metern Durchmesser fotografiert, die auf älteren Aufnahmen der Sonde noch nicht zu sehen waren. Am Boden einiger dieser Krater war deutlich eine weißliche Schicht zu erkennen. Wie neuere Aufnahmen vom Januar 2009 zeigen, sind diese Schichten im Laufe weniger Wochen mehr und mehr verschwunden. Gemeinsam mit Spektralanalysen gelang damit der Nachweis, dass es sich bei den weißlichen Schichten um Wassereis gehandelt hatte, das im Laufe der Zeit nach und nach in die dünne Marsatmosphäre verdampft ist. Die Krater wurden in der Region Arcadia Planitia in den mittleren Breitengraden des Roten Planeten entdeckt. Hier hatten die Wissenschaftler angesichts des Marsklimas eigentlich nicht mit derartigen Eisschichten unmittelbar unterhalb der Oberfläche gerechnet.
Scientists See Water Ice in Fresh Meteorite Craters on Mars
NASA Spacecraft Sees Ice on Mars Exposed by Meteor Impacts
Distribution of Mid-Latitude Ground Ice on Mars from New Impact Craters
Ausgetrocknete Seen in Einschlagbecken auf dem Mars

Die polygonförmigen Risse in den Einschlagbecken
auf dem Roten Planeten
ähneln auf verblüffende Weise den Rissen,
die man hier auf der Erde in ausgetrockneten Seen vorfindet.
(NASA/JPL)
Bei den Netzwerken aus riesigen polygonalen Trögen, die in Einschlagbecken auf dem Mars gefunden wurden, handelt es sich in Wahrheit um Risse, die durch die Verdunstung von Seen entstanden sind. Diese polygonalen Landschaftsformen hatte man zunächst der thermischen Kontraktion im Mars-Permafrost zugerechnet. Ähnliche Landschaftsformen hatte die Raumsonde Phoenix in der Nähe des Marsnordpols vorgefunden. Wie sich nun herausstellte, können thermische Kontraktionen keine polygonalen Tröge dieser Größe hervorrufen.
Bereits seit längerem gibt es Hinweise darauf, dass der Mars vor 4,6 bis 3,8 Milliarden Jahren in signifikanten Mengen von Wasser bedeckt war. Regen- und Flusswasser hat sich zu dieser Zeit höchstwahrscheinlich auch in Einschlagbecken gesammelt – wodurch sich Seen bildeten, die für mehrere tausend Jahre bestanden haben mögen, bevor sie schließlich austrockneten.
Patterns in Mars crater floors give picture of drying lakes
wissenschaft.de – Im Marsboden klaffen Spalten von bis zu 10 Metern
HiRISE: Spektakuläre Bilder vom Mars

Collage der neuen Bilder vom Mars.
(NASA/JPL/University of Arizona)
Über 1.500 neue Bilder der HiRISE-Kamera an Bord des Mars Reconnaissance Orbiter zeigen endlose Felder von Sanddünen, von Bodenerosion angenagte Kraterränder, eine Landschaft, die einem ausgetrockneten Mündungsdelta ähnelt, und vieles mehr: HiRISE – PDS Release: September 2009
Ein Meilenstein in der Erforschung des Mars

Mars Exploration Rovers @ Sol 2000
(Logo: Glen James Nagle)
Der Marsrover Spirit, ursprünglich für eine nur 3-monatige Forschungsmission konzipiert, befindet sich heute seit 2.000 Marstagen (Sols) im aktiven Dienst! Opportunity wird diese magische Marke in 20 Marstagen erreichen.
HiRISE-awesomeness!

Perspektivische Aufnahme des Victoria-Kraters.
(NASA/JPL-Caltech/University of Arizona)
HiRISE, die hochauflösende Kamera an Bord des Mars Reconnaissance Orbiter, sendete eine ganze Reihe beeindruckender neuer Bilder zur Erde, darunter eine perspektivische Aufnahme des Victoria-Kraters – jenes Marskraters, den der Rover Opportunity zwei Jahre lang erkundet hatte.
HiRISE – An Oblique View of Victoria Crater
HiRISE – Interesting Crater in Meridiani Planum
Variationen der Methanvorkommen auf dem Mars
Bereits im Jahr 2003 hatten Forscher bei Beobachtungen mit irdischen Teleskopen große Methanfahnen entdeckt, die sich im Sommer über der Nordhalbkugel des Mars bildeten. Mit einem umfassenden Atmosphärenmodell haben Franck Lefèvre und François Forget von der Université Pierre et Marie Curie in Paris nun versucht, das Phänomen nachzuvollziehen – und stießen dabei auf eine Reihe von Problemen. Am ehesten ließen sich die beobachteten Variationen mit einer Quelle reproduzieren, aus der binnen Wochen rund 150.000 Tonnen Methan entwichen, das wiederum innerhalb weniger Monate vollständig abgebaut wurde. Nach heutigem Wissensstand sollten sich die jährlichen marsweiten Emissionen allerdings auf wenige Hundert Tonnen Methan belaufen, zudem sollte ein Methanmolekül in der Marsatmosphäre eine typische Lebensdauer von einigen Jahrhunderten haben. Jegliche Emission müsste demnach binnen Wochen gleichmäßig in der Atmosphäre des Roten Planeten verteilt sein. Da für andere Gase die Vorhersagen des Modells gut mit den Beobachtungen übereinstimmen, gehen Lefèvre und Forget davon aus, dass vielleicht chemische Reaktionen des Methans an der Marsoberfläche eine größere Rolle spielen als bislang angenommen. In diesem Fall müsste der Marsboden höchst aggressive Verbindungen enthalten.
ESA Science & Technology: Reconciling methane variations on Mars
Mars Express: Krater und Lavaströme in Ma'adim Vallis

Perspektivischer Blick von Nordost nach Südwest
über einen Teil von Ma'adim Vallis.
Wie die Wellen eines erstarrten Meeres,
das an die Küste anbrandet,
sind in der linken Bildhälfte
die Fließfronten von erstarrten Lavaströmen zu erkennen.
Rechts im Vordergrund ist der Umriss eines alten,
etwa 20 Kilometer großen Einschlagkraters zu erkennen,
der vollständig bis zum Kraterrand von Lava angefüllt wurde.
Die kleineren Krater auf seiner Oberfläche
sind später entstanden.
(ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))
Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebene, hochauflösende Stereokamera (HRSC) an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express nahm am Heiligabend des vergangenen Jahres einen etwa 138 Kilometer langen und 70 Kilometer breiten Bildausschnitt von Ma’adim Vallis auf. Mit einer Fläche von fast zehntausend Quadratkilometern entspricht das der Größe von Zypern.
Ma’adim Vallis ist neben den berühmten Valles Marineris einer der größten Canyons auf dem Mars. Er liegt zwischen der Vulkanregion Tharsis und dem Hellas-Einschlagbecken. Mit einer Länge von 700 Kilometern und einer Breite von bis zu 20 Kilometern schneidet sich der Canyon, beginnend im südlichen Hochland nahe der Grenze zwischen dem Marshochland auf der Südhalbkugel und den nördlichen Tiefebenen, bis zu zwei Kilometer tief in die Marsoberfläche ein und mündet schließlich in den Gusev-Krater, der Landestelle des Marsrovers Spirit.
Craters, lava flows and tectonic features near Ma’adim Vallis
Gusev-Krater und Ma’adim Vallis, aufgenommen von den Viking Orbitern