Archiv für die Kategorie „Mars“
Deimos!

Marsmond Deimos,
aufgenommen vom Mars Reconnaissance Orbiter.
Das für die HiRISE-Kamera an Bord des Mars Reconnaissance Orbiter zuständige Forscherteam hat heute zwei hochaufgelöste Bilder des Marsmondes Deimos veröffentlicht, die am 21. Februar 2009 aufgenommen wurden:
HiRISE – Deimos, Moon of Mars
Mars Express: Die Region Rupes Tenuis

Rupes Tenuis am südlichen Rand
der Nordpolregion des Mars.
Am 29. Juli 2008 nahm die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebene hochauflösende Stereokamera (HRSC) an Bord der ESA-Raumsonde Mars Express einen etwa 44.000 Quadratkilometer großen Ausschnitt der Region Rupes Tenuis am südlichen Rand der Nordpolregion des Roten Planeten auf. Auf den Bildern ist deutlich ein mehr als hundert Kilometer langer Einschnitt zu erkennen. Einschnitte dieser Art sind fast überall am Rand der Polkappen zu finden und reichen spiralförmig mehrere hundert Kilometer weit in die Polkappen hinein. Die Prozesse, die zur Entstehung dieser Strukturen geführt haben, sind noch nicht vollständig geklärt.
Das Eis der beiden Polkappen des Mars bildet das größte heute bekannte Wasservorkommen des Roten Planeten. Daten des MARSIS-Radarexperiments an Bord von Mars Express haben gezeigt, dass die Dicke beider Eiskappen stellenweise mehr als 3.500 Meter erreicht.
Schneeschmelze bildete Mars-Rinnen
Wissenschaftler der Brown University haben auf Bildern der Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter Rinnen aufgespürt, die vermutlich maximal 1,25 Millionen Jahre alt sind. Das Aussehen der Rinnen und der fächerförmigen Ablagerungen an deren Ende weist nach Ansicht der Forscher darauf hin, dass sie durch Schmelzwasser entstanden, das von nahen Schnee- und Eisablagerungen stammte. Die Strukturen könnten ein Hinweis auf die jüngste Periode in der Geschichte des Mars sein, in der Wasser die Oberfläche des Planeten formte. Das entdeckte Rinnensystem liegt im Inneren eines Kraters in der Region Promethei Terra, einem kraterübersäten Hochland in den mittleren Breiten der Südhalbkugel des Mars. Die entdeckten Rinnen haben eine Länge von weniger als einem Kilometer.
Gullies on Mars Show Tantalizing Signs of Recent Water Activity
Dawn fliegt am Mars vorbei

Teil des nordwestlichen Randes
der Marsregion Tempe Terra,
aufgenommen von der Raumsonde DAWN.
(NASA/JPL/MPS/DLR/IDA and the DAWN Flight Team)
Die US-amerikanische Raumsonde Dawn hat sich am 18. Februar 2009 dem Mars bis auf 565 Kilometer genähert – um Schwung zu holen für den Weiterflug zum Asteroiden Vesta. Dabei gelangen der an Bord befindlichen, unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung entwickelten Kamera einzigartige Schnappschüsse von der Oberfläche des Roten Planeten.
Die Ankunft von Dawn bei Vesta ist für August 2011 vorgesehen, dann soll die Sonde in eine Umlaufbahn um den Himmelskörper eintreten und ihn genauer erforschen. Nach einem zehnmonatigen Aufenthalt verlässt Dawn den Asteroiden dann im Mai 2012 und begibt sich auf eine fast dreijährige Reise zum Zwergplaneten Ceres, den sie im Februar 2015 erreichen und mindestens bis Juli desselben Jahres umkreisen soll.
Nordpol des Mars besteht größtenteils aus reinem Wassereis

Der Nordpol des Mars,
aufgenommen vom Mars Global Surveyor.
Am Nordpol des Mars gibt es reichlich Wassereis, das zudem von bemerkenswerter Reinheit ist. Das ermittelten Forscher um Cyril Grima und Wlodek Kofman vom Laboratoire de Planétologie in Grenoble anhand der Daten des Radarinstruments SHARAD, das sich an Bord der Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter befindet. Gemessen an der Art und Weise, wie das Material der nördlichen Polkappe des Mars die Radarwellen reflektiert, muss es stellenweise zu mehr als 95 Prozent aus Wassereis bestehen. Nur zum Rand der Polkappe hin steigt der Anteil an Verunreinigungen.
Mit einem geschätzten Volumen von 2 bis 3 Millionen Kubikkilometern gelten die Eisablagerungen an den Polen des Mars als die größten Wasservorkommen auf dem Roten Planeten.
Methanwolken auf dem Mars
Forscher der NASA haben auf dem Mars große Ausbrüche von Methangas beobachtet und geben damit der Frage nach Leben auf dem Roten Planeten neuen Auftrieb. Allerdings ist der Ursprung des Gases bisher völlig ungeklärt. Das Methan könnte sowohl aus geologischen als auch aus biologischen Quellen stammen. Das Methan in der Erdatmosphäre stammt zum größten Teil aus biologischen Quellen. Die sog. methanogenen Bakterien produzieren das Gas bspw. in Torfmooren oder im Magen-Darm-Trakt von Rindern. Solche oder ähnliche Bakterien wären womöglich auch in der Lage, auf dem Mars zu überleben. Doch Methan entsteht auf der Erde auch auf geochemischem Weg und wird z. B. bei Vulkanausbrüchen freigesetzt.
Die NASA-Wissenschaftler hatten den Mars sieben Jahre lang mit erdgebundenen Teleskopen beobachtet und dabei zum Teil starke saisonale Schwankungen der Methankonzentration in der Atmosphäre des Roten Planeten gemessen. So bemerkten sie bereits im Jahr 2003 während des Sommers auf der Mars-Nordhalbkugel sowie im Jahr 2006 während des Mars-Frühlings große Methanausbrüche. Das Gas kam dabei in riesigen Fahnen vor und schien aus separaten Quellen zu strömen. Eine Gaswolke enthielt etwa 19.000 Tonnen Methan.
Martian Methane Reveals the Red Planet is not a Dead Planet
Salinity-induced hydrate dissociation: A mechanism for recent CH4 release on Mars
Microbial origin of excess methane in glacial ice and implications for life on Mars
Steinkreise auf dem Mars

Steinnetze in Lethe Vallis,
einem Kanal in der Region Elysium Planitia.
Matthew Balme und seine Kollegen von der Open University in Milton Keynes, Großbritannien, waren gerade dabei, die Region Elysium Planitia nahe dem Marsäquator mit Hilfe von Aufnahmen der Raumsonden Mars Reconnaissance Orbiter und Mars Express zu kartographieren, als ihnen auf den Bildern seltsame Steinkreise auffielen. Die Strukturen weisen einen Durchmesser von bis zu 23 Metern auf und bestehen aus Gesteinsbrocken, die – nach Größe sortiert – entlang eines Kanals in Kreisen und Polygonen angeordnet sind. Diese Strukturen weisen womöglich auf flüssiges Wasser in der jüngeren Vergangenheit des Mars hin. Auf der Erde sind vergleichbare Strukturen bereits seit längerem bekannt. Sie entstehen, wenn Eis wiederholt schmilzt und wieder gefriert. Wasser, das sich im Erdboden unter den Steinen befindet, gefriert schneller als jenes im umliegenden Untergrund; das sich ausdehnende Eis schiebt die Steine nach oben. Größere Steine wandern bei diesem Vorgang schneller nach oben, dadurch trennen sich nach und nach die größeren von den kleineren Brocken.
HiRISE and HRSC studies of the western Elysium Planitia region, Mars
Marsrover seit fünf Jahren im Einsatz

Marsrover Spirit, Bonestell-Panorama.
Nach einer über 480 Millionen Kilometer langen Reise hatte Spirit am 3. Januar 2004 sicher den Roten Planeten erreicht. Wenig später nahm er schon seine Arbeit auf und funkte die ersten Bilder der Marsoberfläche zur Erde. Sein Zwillingsbruder Opportunity folgte 21 Tage später. Als die Roboterzwillinge auf dem Mars landeten, da wurde von ihnen eine Lebensdauer von gerade mal 90 Tagen erwartet. Heute, fünf Jahre später, laufen sie immer noch und erkunden ihre karge Umgebung. So ist Opportunity vor knapp vier Monaten aus dem Victoria-Krater herausgeklettert und hat sich auf den Weg zum bislang unerforschten Endeavour-Krater gemacht. Der Endeavour-Krater ist etwa zwanzigmal größer als der Victoria-Krater und liegt in einer Entfernung von ca. elf Kilometern Luftlinie. Wegen der Unwegsamkeit des Geländes muss Opportunity allerdings einige Umwege machen und dadurch wird die Strecke erheblich länger. Spirit, der auf der südlichen Marshemisphäre gerade einen harten Winter hinter sich hat, soll einen noch gut 180 Meter von ihm entfernten Hügel anrollen und erkunden. Insgesamt legten die Rover bislang knapp 21 Kilometer auf der Marsoberfläche zurück und schlugen sich dabei mit Sanddünen und alternder Hardware herum. Sie überlebten Staubstürme, welche die Sonne derart verdunkelten, dass die Solarzellen der Roboter kaum noch genügend Energie erzeugen konnten. Und sie übermittelten mehr als 36 Gigabytes an Daten – ein wahrer Wissenschaftsschatz an Einblicken in die lange geologische und klimatische Geschichte des Mars.
Grundwasser spielte wichtige Rolle bei der Formung des Mars
Daten und Bilder der europäischen Raumsonde Mars Express legen die Vermutung nahe, dass helle Ablagerungen – die zu den am wenigsten verstandenen Strukturen auf dem Mars gehören – entstanden, als große Mengen Grundwasser auf die Oberfläche ausbrachen. Offenbar spielte Grundwasser eine wichtigere Rolle bei der Formung der Marsoberfläche, als bisher angenommen.
Important role of groundwater springs in shaping Mars
Start des Mars Science Laboratory verschoben
Wie die NASA gestern bekannt gab, wird die nächste Mission zum Roten Planeten nicht wie zunächst geplant im kommenden Herbst, sondern erst Ende 2011 starten. Viele der Entwicklungsarbeiten und Tests, die für einen erfolgreichen Verlauf der Mission nötig sind, lassen sich nach Angaben von Doug McCuistion, dem Leiter des Marsprogramms der NASA, nicht mehr bis zum ursprünglich geplanten Starttermin realisieren.
Das Mars Science Laboratory (MSL) soll in einer Region landen, die in der früheren Klimageschichte des Mars einmal feuchter war und dort nach möglichen Spuren von Leben suchen. Dazu soll MSL weitaus größere Strecken auf dem Mars zurücklegen können als seine beiden Vorgänger, die Marsrover Spirit und Opportunity. Derzeit sind noch vier mögliche Landestellen für MSL in der engeren Wahl.
Next NASA Mars Mission Rescheduled For 2011