Archiv für die Kategorie „Saturn“
Cassinis Blick auf die Tigerstreifen

Am 31. Oktober 2008, während des zweiten nahen Vorbeiflugs an Enceladus im Monat Oktober, nahmen die Kamera und andere optische Messgeräte an Bord der Raumsonde Cassini die Bruchlinien auf, welche den Saturnmond in der Südpolregion durchziehen (die sog. “Tigerstreifen”) und aus denen Geysire Eispartikel ins All schleudern. Die höchstaufgelösten Bilder zeigen Einzelheiten von etwa neun Metern Größe.
Cassini Skeet Shoots Again
Elektrische Aktivität in Titanatmosphäre
Physiker der Universität von Granada und der Universität von Valencia (Spanien) konnten anhand der Analyse von Daten der Sonde Huygens nachweisen, dass es in der Atmosphäre des größten Saturnmondes Titan elektrische Aktivitäten gibt.
Spanish scientists confirm the existence of electric activity in Titan, the largest moon of Saturn
(lokal gespeicherte PDF-Datei des Original-Artikels)
Die stürmischen Pole des Saturn
Und noch einmal Saturn. Diesmal geht es um die beiden gigantischen Zyklone an den Polen des Ringplaneten. Mit dem Visual and Infrared Mapping Spectrometer (VIMS) an Bord der Raumsonde Cassini konnten jetzt mehrere Aufnahmen von den Polarregionen des Saturn gemacht und teilweise zu einem Film kombiniert werden. Die Bilder zeigen weitaus mehr Details als frühere Aufnahmen.
Giant Cyclones at Saturn’s Poles Create a Swirl of Mystery
Woher der Saturn seine Ringe hat
Warum von den Planeten des Sonnensystems ausgerechnet der Saturn ein so auffallendes Ringsystem besitzt, haben Sébastien Charnoz von der Universität Paris Diderot und seine Kollegen jetzt möglicherweise geklärt. Demnach sind die spektakulären Ringe während eines Kometen- und Asteroidenschauers vor rund vier Milliarden Jahren entstanden. Damals lagen zwar alle Planeten unter einem heftigen Bombardement, doch beim Saturn trafen und zerlegten sie einen seiner Monde. Die Bruchstücke dieses Mondes verteilten sich dann um den Gasplaneten und bildeten ein Ringsystem.
Did Saturn’s rings form during the Late Heavy Bombardment ?
Saturns Magnetfeld färbt auf Titan ab
Daten der Raumsonde Cassini deuten darauf hin, dass der Saturnmond Titan, der vermutlich kein eigenes Magnetfeld besitzt, Reste von Saturns Magnetfeld halten kann, sobald er sich aus der Magnetosphäre des Planeten hinausbewegt.
Cassini entdeckt neue Ringe bei Saturn

Auf aktuellen Bildern der Raumsonde Cassini wurden Kreisbögen aus feinem Material auf den Umlaufbahnen der Saturnmonde Anthe und Methone entdeckt. Das Material erstreckt sich dabei auf der Umlaufbahn vor und hinter den Monden, umschließt aber Saturn nicht vollständig. Diese Korrelation zwischen der Position des jeweiligen Mondes und des Ringmaterials deutet darauf hin, dass die Monde die Quellen des Ringmaterials sind und gleichzeitig die Gravitation der bestimmende Faktor für die Form der Ringe ist, also darüber entscheidet, ob sich ein vollständig geschlossener Ring bilden kann oder nur ein Kreisbogen entsteht. Die beiden Monde Anthe und Methone befinden sich auf Umlaufbahnen, auf denen Bahnresonanzen mit dem größeren Mond Mimas wirken. Mimas stört regelmäßig und systematisch die beiden kleineren Monde, wodurch Anthe und Methone auf kleinen Abschnitten ihrer Bahnen vor und zurück pendeln. Die Bereiche dieser Pendelbewegungen fallen mit dem beobachteten Ringmaterial zusammen. Daraus ergibt sich, dass die beiden Ringe höchstwahrscheinlich aus Material der Monde bestehen, welches durch Einschläge von deren Oberfläche herausgeschleudert wurde. Die Gravitationswirkung von Mimas beeinflusst aber nicht nur die kleinen Monde selbst, sondern hält auch das herausgeschleuderte Material in diesem Bereich gefangen.
Methone’s Kreisbogen war schon früher mittels des Magnetospheric Imaging Instruments der Raumsonde Cassini entdeckt worden. Jetzt konnten erstmals optische Aufnahmen dieses Kreisbogens gewonnen werden. Anthe’s Kreisbogen war den Forschern bisher völlig unbekannt.
Cassini Images Ring Arcs Among Saturn’s Moons
Enceladus: Cassini findet Quellen der Eisgeysire
Bei ihrem Vorbeiflug am Saturnmond Enceladus hat die Raumsonde Cassini erste Detailaufnahmen von den Ausbruchsstellen der Eisgeysire gemacht. Die Bilder zeigen, dass die sog. Tigerstreifen (Sulci) etwa 300 Meter tief sind und V-förmige Innenwände haben. An den äußeren Flanken der Tigerstreifen sieht man umfangreiche Ablagerungen von feinem Material. In der Umgebung der Tigerstreifen liegen Eisblöcke von zehn bis achtzehn Metern Größe.
Die Ausbruchsstellen in den Tigerstreifen “Bagdad” und “Kairo”
Die Ausbruchsstellen im Tigerstreifen “Damaskus”
Karte von Enceladus’ Südpol mit den eingezeichneten Ausbruchsstellen der Geysire
Rohbild von “Kairo”, einer etwa 300 Meter tiefen Spalte, die von großen Eisbrocken umsäumt ist
Enceladus-Vorbeiflug ein voller Erfolg

Am 11. August 2008 flog die Raumsonde Cassini in nur 50 Kilometer Abstand am Saturnmond Enceladus vorbei und konnte aus nächster Nähe Bilder der zerklüfteten Eisoberfläche des vulkanisch aktiven Mondes aufnehmen. Die kleinsten erkennbaren Details auf den faszinierenden Fotos sind etwa 10 Meter groß.
Aufnahme aus einer Entfernung von etwa 4.700 Kilometern. In der oberen Bildhälfte verläuft der tektonische Graben Damascus Sulcus.
http://photojournal.jpl.nasa.gov/jpeg/PIA11107.jpg
Aufnahme aus einer Entfernung von etwa 2.600 Kilometern. Oben links erkennt man Teile des tektonischen Grabens Cairo Sulcus.
http://photojournal.jpl.nasa.gov/jpeg/PIA11109.jpg
Aufnahme aus einer Entfernung von etwa 1.600 Kilometern. Der tektonische Graben Cairo Sulcus kreuzt die untere Hälfte des Bildes.
http://photojournal.jpl.nasa.gov/jpeg/PIA11106.jpg
Rendezvous mit Enceladus
Am Abend des 11. August 2008 wird die Raumsonde Cassini am Saturnmond Enceladus vorbeifliegen und dabei die aktiven Geysire am Südpol des Mondes ins Visier nehmen. Das Forscherteam plant Aufnahmen mit Auflösungen von bis zu 8 Metern pro Bildpunkt. Die Fotosession beginnt wenige Minuten nach der dichtesten Annäherung an Enceladus auf der Nachseite, die für 23:06 Uhr MESZ geplant ist. Danach entfernt sich die Sonde rasch vom Mond und behält den Südpol im Blick. Nun nimmt die Telekamera von Cassini in rascher Folge mehrere Bilder von ausgewählten Gebieten im Bereich der sog. Tigerstreifen auf, aus denen Wasserdampf und Eispartikel ausströmen. Die Forscher hoffen, mittels dieser Aufnahmen die exakten Ausbruchsstellen der Geysire finden zu können. Wenige Minuten später nimmt Cassini Farbbilder der gesamten Südpolregion auf, die zu einem Mosaik zusammengestellt werden sollen. Gleichzeitig ist das Infrarotspektrometer aktiv und scannt die Mondoberfläche ab, um in der Eiskruste nach Spuren von Ammoniak, Kohlendioxid und Wasserstoffperoxid zu suchen.
Detailinformationen zum Enceladus-Vorbeiflug auf der Seite des Cassini Imaging Teams