"Kieselsteine" auf Saturnmond Titan

Links: Kieselsteine auf Titan, aufgenommen von der Sonde Huygens.
Rechts: Kieselsteine in einem irdischen Flussbett.
(NASA/JPL/ESA/University of Arizona and S. M. Matheson)
Ungewöhnlich helle Radarreflexe aus mutmaßlichen Flussbetten auf dem Saturnmond Titan deuten auf Massen eisiger Kieselsteine hin. In diesen Gebieten sind vermutlich Prozesse abgelaufen, die jenen ähneln, die glatt polierte Steine in den Flüssen der Erde produzieren. Entsprechend den Bedingungen auf Titan dürften die dortigen Kiesel allerdings aus Wassereis bestehen und sich in einem Strom flüssiger Kohlenwasserstoffe aneinander gerieben haben.
Rundliche, etwa faustgroße Steine waren bereits auf den Bildern der europäischen Sonde Huygens zu sehen, die im Januar 2005 auf Titan gelandet war. Die neuen Hinweise stammen dagegen aus einem Gebiet weitab der Landestelle, von den südlichen Hängen einer als “Xanadu” bezeichneten Region. Die Raumsonde Cassini hatte diese Region bei einem ihrer nahen Vorbeiflüge an Titan per Radar abgetastet und aus den gewundenen Kanälen sehr starke Radarechos aufgefangen.
Auf Basis ihrer Analyse der Radardaten vermuten Alice Le Gall vom Jet Propulsion Laboratory und ihre Kollegen, dass der Boden der Kanäle mit einige Zentimeter bis Meter großen, rundlichen Steinen übersät ist, die die Radarstrahlung besonders gut zurück reflektieren. Bei diesen Kieseln könnte es sich um Bruchstücke von Wassereis-Felsen handeln, die aus den höheren Lagen Xanadus stammen und durch Methanfluten in das tiefer gelegene Gebiet verfrachtet wurden.
Archaeopteryx: Chemische Übereinstimmungen mit heutigen Vögeln
Als das erste Fossil eines Archaeopteryx im Jahr 1860 gefunden wurde, hatte Charles Darwin gerade erst seine “Entstehung der Arten” veröffentlicht. Die Entdeckung dieses Bindeglieds zwischen Dinosauriern und Vögeln lieferte den bis dato stärksten Beleg für die noch junge Evolutionstheorie. Seither sind neun weitere Vertreter des Urvogels gefunden worden, das bislang letzte, das sog. “Thermopolis-Exemplar”, im Jahr 2005.
Dieses besonders gut erhaltene Fossil hat nun ein internationales Forscherteam mit Hilfe des Röntgenlasers am SLAC in Stanford untersucht. Die hochauflösenden, haarfeinen Röntgenstrahlen, mit denen die Forscher das Fossil abtasteten, enthüllten erstmals die genaue Verteilung von chemischen Elementen im Skelett des Thermopolis. Mit Hilfe dieser Daten erstellten die Forscher die erste Karte der Chemie dieses wichtigen Bindeglieds der Evolution. Die Messungen identifizierten rund ein halbes Dutzend Elemente, die eindeutig aus den Überresten des Archaeopteryx stammten und keine Artefakte des umgebenden Gesteins sein konnten.
Die chemische Karte enthüllt, dass Teile der Federn des Fossils nicht einfach, wie bisher angenommen, Abdrücke von lange zersetztem organischen Material sind, sondern dass es sich dabei tatsächlich um die versteinerten Federn selbst handelt. Spuren von Phosphor und Schwefel – Elemente, die auch in den Federn der modernen Vögel enthalten sind – zeigen dies. In den Knochen des Archaeopteryx entdeckten die Wissenschaftler zudem Spuren von Kupfer und Zink – auch in dieser Hinsicht glich der Urvogel seinen modernen Vettern.
X-Rays Reveal Chemical Link Between Birds and Dinosaurs
Archaeopteryx feathers and bone chemistry fully revealed via synchrotron imaging
Galaxienhaufen aus der Frühzeit des Universums entdeckt

Dieses Falschfarbenbild hat eine Seitenlänge
von etwa einem Zehntel des Monddurchmessers.
Die Pfeile deuten auf Galaxien,
die sich wahrscheinlich in gleicher Entfernung befinden;
sie häufen sich in der Bildmitte.
Die Konturlinien entsprechen
der Röntgenleuchtkraft des Haufens.
Galaxien mit einer bestätigten Entfernungsmessung
von 9,6 Milliarden Lichtjahren
sind durch Kreise hervorgehoben.
Die Kombination der Röntgendaten
und massereichen Galaxien belegt,
dass es sich um einen gravitativ
aneinander gebundenen Haufen handelt.
(MPE)
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Einen Galaxienhaufen aus der Frühzeit des Universums haben deutsche und japanische Astronomen entdeckt. Die Ansammlung alter und massereicher Galaxien liegt in einer Entfernung von rund 9,6 Milliarden Lichtjahren und kann dabei helfen, mehr über die Materieverteilung im jungen Kosmos zu erfahren.
Galaxienhaufen sind die größten Objekte im Universum. Sie bestehen aus zahlreichen Galaxien, die durch ihre Schwerkraft aneinander gebunden sind und zwischen denen sich stark aufgeheiztes Gas befindet. Alexis Finoguenov vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) und seinen beiden japanischen Kollegen Masayuki Tanaka und Yoshihiro Ueda gelang es, neben den Galaxien auch dieses heiße Gas anhand seiner energiereichen Strahlung aufzuspüren.
Die Forscher entdeckten die fernen Galaxien, als sie einen kleinen Bereich des Nachthimmels mit dem japanischen Subaru-Teleskop auf Hawaii studierten. Trotz eher schlechter Beobachtungsbedingungen fanden die Forscher fast 40 Objekte im Infrarotbereich, von denen sich einige als sehr massereiche Galaxien entpuppten. Deren Licht ist auf seinem Weg zur Erde durch die Ausdehnung des Universums auf gut 260 Prozent seiner ursprünglichen Wellenlänge gedehnt worden – entsprechend einer Entfernung von rund 9,6 Milliarden Jahren. Das Licht wurde also ausgesandt, als das Universum kaum ein Drittel seines heutigen Alters hatte.
Für den Nachweis des Haufengases nutzten die Forscher das Röntgenteleskop XMM-Newton.
Der neu entdeckte Galaxienhaufen enthält eine Fülle massereicher, rötlich erscheinender Galaxien. Das Vorhandensein dieser alten Galaxien deutet darauf hin, dass der Haufen durch die Verschmelzung mehrerer Galaxiengruppen entstanden ist. Junge und aktive Galaxien, deren Licht aufgrund der Strahlung neu entstandener Sterne eher bläulich erscheint, sind in dem Haufen dagegen selten.
Galaxienhaufen verrät sich durch unsichtbares Licht
Invisible light discovers the most distant cluster of galaxies
Versunkene Inselgruppe im zentralkaribischen Meer gefunden

Untermeerischer Berg
im Bereich des sog. Hess-Escarpments
im zentralkaribischen Meer.
(IFM-GEOMAR/dpa)
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Im März und April dieses Jahres waren Geologen aus Greifswald, Kiel und Hannover mit dem Forschungsschiff “Meteor” in der Karibik vor der Küste Kolumbiens und Venezuelas unterwegs. Während ihrer Expedition fanden die Forscher in Wassertiefen von 800 bis 1.000 Metern Gipfel von Seebergen aus versteinerten Korallen, Schnecken und Rotalgenknollen. Diese Lebewesen waren ursprünglich nur in lichtdurchfluteten oberen Bereichen des Meeres beheimatet. Zudem wiesen die Geologen in größeren Tiefen Basaltgerölle nach, wie sie nur in stark bewegtem Wasser in Flüssen oder Meeresbrandungen entstehen. Die Funde sind deutliche Belege dafür, dass die submarinen Berge ehemals Inseln im karibischen Meer waren.
Die Geologen gehen davon aus, dass es vor rund 80 bis 90 Millionen Jahren zu einem großen untermeerischen Basaltausfluss kam, in dessen Folge über der Tiefseeebene ein zwei Kilometer dickes Basaltplateau entstand, das über der Meeresoberfläche gelegen haben muss. Mehrere zehn Millionen Jahre später wurde das Plateau durch enorme geotektonische Kräfte auseinandergerissen und gekippt. An den Hochstellen bildeten sich dann vor 40 bis 50 Millionen Jahren Korallenriffe. Deren Wachstum konnte zunächst mit dem stetigen Absinken der Bruchstücke des Plateaus mithalten. Später starben die Riffe jedoch ab und verschwanden mit der Zeit in der Tiefe. Heute liegen die Basaltformationen in einer Tiefe von bis zu 1.800 Metern.
Erste dreidimensionale Simulation einer Kernkollaps-Supernova
Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Astrophysik in Garching ist es erstmals gelungen, mit komplexen Computerberechnungen nachzuvollziehen, wie bei Sternexplosionen die beobachteten Asymmetrien und die schnellen, eisenreichen Klumpen entstehen. Wie die Forscher im “Astrophysical Journal” berichten, verfolgten sie dazu in ihren dreidimensionalen Computermodellen das Sterben eines Sterns lückenlos vom Beginn der Explosion bis zum Ausbruch der Explosionswelle aus der Sternoberfläche.
Weiter in der Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Astrophysik:
Wie Supernovae in Form kommen
Original Sojus-Landekapsel im Technik Museum Speyer
Die Raumfahrtausstellung im Technik Museum Speyer ist seit Montagabend um ein wertvolles Exponat reicher. Neben der russischen Raumfähre Buran ist dort nun auch eine originale Sojus-Landekapsel ausgestellt.
Das in den 1960er-Jahren entwickelte Sojus-Raumschiff wurde zu einer bemannten Fähre für die russischen Raumstationen der Saljut-Reihe, später für die russische Raumstation MIR, und wird derzeit für die Internationale Raumstation genutzt.
Die im Technik Museum ausgestellte Landekapsel der Sojus TM-19 startete am 1. Juli 1994 von Kasachstan aus zur MIR. Zu den Astronauten, die am 4. November 1994 an Bord dieser Raumkapsel zur Erde zurückkehrten und sicher in der Steppe von Kasachstan landeten, gehörte der deutsche Astronaut Ulf Merbold, der sich im Rahmen der Mission “Euromir 94″ einen Monat lang auf der MIR aufgehalten hatte – der bis dahin längste Aufenthalt eines Westeuropäers im All.
Guenter Wendt 1924-2010
Der in Berlin geborene Ingenieur Guenter Wendt war von 1967 bis 1975 in der Position des Pad-leaders verantwortlich für die Startvorbereitungen der bemannten Mercury-, Gemini-, Apollo-, Skylab- und ASTP-Missionen. Er war also derjenige, der die Astronauten als letzter verabschiedete und die Luke der jeweiligen Kommandokapsel verriegelte.
Wendt verstarb am heutigen 3. Mai 2010 an den Folgen eines Schlaganfalls.
collectSPACE – Guenter Wendt, 85, ‘Pad Leader’ for NASA’s moon missions, dies
Tweedleedee – ich bin jetzt auch bei Twitter!
Viele der Beiträge hier bei Solscape sowie neue Beiträge bei AstroArts.org werden von mir ab sofort auf Twitter verlinkt. Ergänzend dazu werde ich dort auch themenbezogene Kurznachrichten und interessante Artikel von anderen Blogs/Portalen “zwitschern”, für die sich ein eigener Blogeintrag nicht unbedingt lohnt.
Den “Piepmatz” füttere ich übrigens zweisprachig (Deutsch/Englisch).
Meine Twitterseite: http://twitter.com/astroflux
Shuttle-Mission STS-134 auf November verschoben
Aufgrund einer technischen Modifikation am umgerechnet rund 1,1 Milliarden Euro teuren Alpha-Magnet-Spektrometer (AMS) der ESA – einem Teilchendetektor zur Untersuchung der kosmischen Höhenstrahlung, der an der Internationalen Raumstation angebracht werden soll – hat die NASA den ursprünglich für den 29. Juli geplanten Start der Raumfähre “Endeavour” auf frühestens Mitte November verschoben.
Die Modifikationen am AMS waren nötig geworden, nachdem der Betrieb der ISS von den daran beteiligten Staaten und Raumfahrtorganisationen bis 2020 verlängert worden war.
Wassereis auf Asteroid Themis
Asteroiden können Planetenforschern Aufschluss über die Entwicklung des Sonnensystems geben. So gehen viele Forscher auch davon aus, dass ein Teil des Wassers in den Ozeanen der Erde irgendwann von außen gekommen sein könnte – möglicherweise von Asteroiden. Aber dass es auf Asteroiden signifikante Mengen an Wasser gibt, konnten sie bislang nicht nachweisen.
Die Forscher Andrew S. Rivkin von der Johns Hopkins University und Joshua P. Emery von der University of Tennessee sowie ein internationales Forscherteam um Humberto Campins von der University of Central Florida nutzten das Infrarot-Teleskop der NASA auf dem Mauna Kea in Hawaii, um den etwa 200 Kilometer durchmessenden Asteroiden (24) Themis im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter zu beobachten. Dabei entdeckten die beiden Forscherteams unabhängig voneinander gefrorenes Wasser sowie organisches Material auf der Oberfläche des Asteroiden.
Die große Ausbreitung des Eises ist ungewöhnlich, denn trotz Temperaturen von bis zu minus 120 Grad müsste das Eis wegen der Nähe zur Sonne eigentlich im Verlauf weniger Jahre komplett verdampft sein. Demnach kann das Eis nur auf irgendeine Weise ständig aus dem Inneren des Asteroiden nachgeliefert werden.
Frühere Modellrechnungen konnten zeigen, dass sich schon wenige Meter unter der Oberfläche eines Asteroiden das Eis über mehrere Milliarden Jahre halten kann. Vorausgesetzt, dieses Modell würde für den Asteroiden (24) Themis zutreffen, dann wäre es möglich, dass ein Teil des unter der Oberfläche vorhandenen Eises langsam verdampft, an die Oberfläche dringt, dort wieder kondensiert und so die von den beiden Forscherteams beobachtete Eisschicht ständig neu bildet.
Scientists Say Ice Lurks In Asteroid’s Cold Heart
Detection of ice and organics on an asteroidal surface
Water ice and organics on the surface of the asteroid 24 Themis