Schweres Erdbeben in Chile
In Chile hat sich heute Morgen um 07:34 Uhr MEZ ein Erdbeben der Stärke 8,8 ereignet.
Das Zentrum des Bebens lag 115 Kilometer nordöstlich der zweitgrößten Stadt Concepción, in der rund 215.000 Menschen leben. Auf den gewaltigen Erdstoß folgten binnen zweieinhalb Stunden insgesamt elf zum Teil schwere Nachbeben.
In einigen Vierteln der Hauptstadt Santiago fiel der Strom aus. Im gesamten Land waren die Telefonverbindungen unterbrochen. Bislang ist von mindestens 85 Todesopfern die Rede.
Für den Westen Südamerikas, Hawaii, Australien, Neuseeland, Japan, die Philippinen und Russland wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben. Die Pazifik-Anrainer fürchten, dass eine bis zu fünf Meter hohe Flutwelle über ihre Küsten hereinbrechen könnte.
Update 20:00 Uhr MEZ: Zur Zeit ist von über 120 bestätigten Todesopfern die Rede. In den am stärksten zerstörten Orten, vor allem in Concepción, werden noch zahlreiche weitere Opfer unter den Trümmern vermutet.
Die Juan-Fernandez-Inseln vor der Küste Chiles wurden von einer großen Tsunami-Welle getroffen und sind überschwemmt. Von der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet wurden Schiffe und Hubschrauber zu der Inselgruppe geschickt.
Die chilenische Hafenstadt Valparaíso wurde bereits 20 Minuten nach dem Erdbeben von einer Tsunami-Welle getroffen, die Osterinsel etwa 30 Minuten später. Dort wird derzeit die Küstenregion evakuiert.
Schädel einer zuvor unbekannten Dinosaurierart gefunden
Gleich vier gut erhaltene Schädel einer zuvor unbekannten Sauropodenart haben amerikanische Paläontologen um Daniel Chure vom Dinosaur National Monument und Brooks Britt von der Brigham Young University im 105 Millionen Jahre alten Sandstein des Nationalparks in Utah entdeckt. Bisher kennt man die meisten der großen, langhalsigen Pflanzenfresser der Kreidezeit nur vom Hals an abwärts, denn von den 120 bekannten Arten sind gerade einmal acht mitsamt ihren Schädeln gefunden worden.
Eine erste Analyse der Knochen des inzwischen als Abydosaurus mcintoshi bezeichneten Sauropoden zeigt, dass die Tiere nahe Verwandte des 45 Millionen Jahre älteren Brachiosaurus sind.
Die Schädel geben zudem wichtige Hinweise darauf, wie die größten Landtiere ihrer Zeit ihre Nahrung zu sich nahmen: da die Schädel nur ein Zweihundertstel des gesamten Körpervolumens einnehmen und ihnen ein komplexes Kausystem fehlt, müssen die langhalsigen Pflanzenfresser ihre Nahrung zumeist im Ganzen heruntergeschlungen haben.
New Dinosaur Rears Its Head in Dinosaur National Monument
Abydosaurus: New dinosaur discovered head-first, for a change
First complete sauropod dinosaur skull from the Cretaceous of the Americas
and the evolution of sauropod dentition (lokal gespeicherte PDF-Datei)
Sternenfabrik in der Kleinen Magellanschen Wolke

NGC 346 in der Kleinen Magellanschen Wolke.
(ESO)
Die Europäische Südsternwarte (ESO) hat heute neue Bilder des Sternentstehungsgebietes NGC 346 in der Kleinen Magellanschen Wolke veröffentlicht.
Licht und Teilchenwinde der massereichen, nur einige Millionen Jahre alten Sterne haben das leuchtende Gas in und um den Sternhaufen auseinandergetrieben. Dabei sind feine Nebelstrukturen entstanden, die an ein Spinnennetz erinnern.
NGC 346 ist rund 200 Lichtjahre groß und rund 210.000 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Astronomen dient die Kleine Magellansche Wolke gewissermaßen als extragalaktisches Labor, da sich hier die Sternentstehungsprozesse gut untersuchen lassen.
Light, Wind and Fire – Beautiful Image of a Cosmic Sculpture
Von NGC 346 gibt es übrigens auch diese fantastischen Hubble-Bilder: ![]()
Young Stars Sculpt Gas with Powerful Outflows
Eisberg rammt Schelfeis
In der Antarktis in der Nähe der Neumayer-Station III hat ein riesiger, 400 Millionen Tonnen schwerer Eisberg das Schelfeis gerammt. Bei dem gewaltigen Crash brach ein etwa 300 Meter breites und 700 Meter langes Stück aus der Schelfeiskante heraus und es entstanden sehr lange Risse im Eis.
Auf hochaufgelösten Aufnahmen des deutschen Erdbeobachtungssatelliten TerraSAR-X ist der Moment der Kollision zwischen dem 54 Kilometer langen, fünf Kilometer breiten und etwa 200 Meter dicken Koloss mit der Bezeichnung B15-K und dem Ekström-Schelfeis an der Atka-Bucht genau zu erkennen.
Nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler ist B15-K ein Bruchstück des ursprünglich 11.600 Quadratkilometer großen Eisbergs B15, der sich im März 2000 vom Ross-Schelfeis gelöst hatte und im Jahr 2002 in mehrere Teile zerbrochen war.
Kollision mit einer Eiskante in der Antarktis
AstroArts hat Geburtstag

Screenshot von AstroArts.
Das Web-Portal “AstroArts”, zu dem auch dieses Blog gehört, ist heute fünf Jahre alt geworden.
Begonnen hatte alles im Jahr 2004 mit meiner Begeisterung für die Mission der beiden Marsrover “Spirit” und “Opportunity” sowie der Mission der Raumsonde Cassini. Für beide Missionen stellte die NASA erstmals quasi in Echtzeit die neuesten Aufnahmen ins Netz. So manche Nacht verbrachte ich damit, die Rohbilder am PC zu bearbeiten und aus ihnen Bildmosaike oder Panoramen zu erstellen. Wie ich schnell herausfand, war ich damit nicht allein: in einschlägigen Foren konnte ich ein paar Gleichgesinnte finden. Wir fachsimpelten über die Missionen, tauschten die Ergebnisse unserer nächtlichen PC-Sitzungen miteinander aus und unterhielten uns über die neuesten Bildbearbeitungsprogramme und -techniken.
Schließlich kam mir die Idee, die selbst erstellten Bilder auf einer eigenen Webseite zu präsentieren, um sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Am 22. Februar 2005 ging “AstroArts” online, damals noch bei einem Freehoster mit 60 MB Speicherplatz. Für eine handvoll Bildergalerien war das sicher ausreichend – doch ich ahnte ja nicht, wie schnell sich das ändern sollte!
Am 12. Mai 2006 registrierte ich die Domain “astroarts.org” bei einem professionellen Webhoster und zog mit meinen Bildergalerien um.
Etwa zeitgleich mit “AstroArts” war mein erstes Weblog namens “Starry Wonders” entstanden. Meine Unzufriedenheit mit der Blog-Software des Freehosters ließ mich im Oktober 2006 nach Blogger umziehen. Dies war die Geburtsstunde von “Solscape”. Im Mai 2008 zog “Solscape” auf die jetzt bekannte Sub-Domain von “astroarts.org” um, nachdem ich mich dafür entschieden hatte, hier das Weblog-System von WordPress zu nutzen.
Meine guten Erfahrungen mit WordPress hatten inzwischen zu der Entscheidung geführt, auch “AstroArts” auf WordPress umzustellen und mit einem modernen Design zu versehen. Diese Arbeiten waren Ende April 2009 abgeschlossen.
Auf “AstroArts” zeige ich faszinierende Bilder der Planeten und Monde unseres Sonnensystems, die ich aus den Rohdaten früherer und aktueller Weltraummissionen erstellt habe. Derartige Bilder wird man auf den Seiten von NASA, ESA und Co. vergeblich suchen!
Wer also “AstroArts” noch nicht kennt, sollte ruhig mal mehr als einen Blick darauf werfen.
Raumfähre "Endeavour" sicher in Florida gelandet
Nach einem rund zweiwöchigen Einsatz im All setzte die Raumfähre “Endeavour” heute Morgen um 04:20 Uhr MEZ sicher auf der Landebahn des Kennedy Space Center in Florida auf. Die Landung war zunächst von schlechtem Wetter bedroht worden.
Die Raumfähre hatte in der Nacht zum Samstag von der Internationalen Raumstation abgedockt.
Die Crew der “Endeavour” hatte das Modul “Tranquility” an die ISS montiert. Teil dieses Moduls ist eine Aussichtskuppel, die der Besatzung der Raumstation einen Panoramablick auf die Erde ermöglicht.
Insgesamt sind jetzt nur noch vier Shuttle-Missionen geplant, danach werden die Raumfähren außer Dienst gestellt.
Bonner Astronomen entdecken Schwarze Witwe im All
Einen schnellen Erfolg feiert das erst 2009 gegründete Team “Radioastronomische Fundamentalphysik” am Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie. Nur wenige Wochen nach dem Start eines Pulsar-Suchprogramms am 100-Meter-Teleskop in Effelsberg konnten die Forscher jetzt ihren ersten Millisekunden-Pulsar nachweisen. Das Objekt trägt die vorläufige Bezeichnung PSR J1745+10, wurde auf der Position einer mit dem Weltraumobservatorium Fermi entdeckten Gammastrahlungs-Punktquelle gefunden und scheint gerade dabei zu sein, seinen Begleitstern zu verdampfen.
Weiter in der Pressemeldung der Max-Planck-Gesellschaft:
Schwarze Witwe im Weltall -
Neues Projekt beschert Radioastronomen die Entdeckung eines Millisekunden-Pulsars
Astronomen entdecken den bisher jüngsten Exoplaneten
Ein internationales Forscherteam um Maria Cruz Gálvez-Ortiz von der Universität von Hertfordshire in England hat den bisher jüngsten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Der 83 Lichtjahre von uns entfernte BD+20 1790b ist nur 35 Millionen Jahre alt.
Der Planet besitzt die sechseinhalbfache Jupitermasse und umkreist einen sonnenähnlichen Stern in einer Bahn, die enger ist als diejenige des Merkur um die Sonne.
Evidence of a massive planet candidate orbiting the young active K5V star BD+20 1790
Schwerstes Element im Periodensystem heißt jetzt "Copernicium"
Das im Jahr 1996 von deutschen Wissenschaftlern um Sigurd Hofmann vom GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung entdeckte chemische Element mit der Ordnungszahl 112 trägt nun den offiziellen Namen “Copernicium” – zu Ehren von Nikolaus Kopernikus.
In Experimenten an der Beschleunigeranlage des GSI gelang es den Forschern seit 1981 insgesamt sechs neue Elemente zu entdecken, die nun alle offiziell anerkannt und mit einem Namen versehen sind:
| Ordnungs- zahl | Name | Chemisches Symbol | Erzeugung | Halbwertszeit des langlebigsten Isotops |
|---|---|---|---|---|
| 107 | Bohrium | Bh | 24. Februar 1981 | 17 s |
| 108 | Hassium | Hs | 14. März 1984 | 25 s |
| 109 | Meitnerium | Mt | 29. August 1982 | 42 ms |
| 110 | Darmstadtium | Ds | 9. November 1994 | 56 ms |
| 111 | Roentgenium | Rg | 8. Dezember 1994 | 6,4 ms |
| 112 | Copernicium | Cn | 9. Februar 1996 | 0,6 ms |
| (Quelle: GSI) | ||||
Start von CryoSat-2 verschoben
Der für den 25. Februar geplante Start des ESA-Satelliten CryoSat-2 vom Kosmodrom in Baikonur/Kasachstan musste abgesagt werden. Grund ist ein Problem mit der Software für den Steuerungsmotor der 2. Stufe der Dnepr-Trägerrakete.
Da die Fehlerbehebung einige Tage in Anspruch nehmen wird, könnte CryoSat-2 nun frühestens am 8. März starten.